Montag, 15. März 2010

LH Platter trauert Bürgermeistern nach:
Tiroler ÖVP verliert einige Ortschefs an SPÖ

  • Trotzdem "sehr akzeptables Ergebnis" bei GR-Wahl
  • SPÖ gewinnt einige Ortschef-Posten, FPÖ enttäuschte

Die Tiroler Volkspartei hat nach der Gemeinderatswahl nach der Sitzung des Landesparteivorstandes positiv Bilanz gezogen. Landeshauptmann Günther Platter (V) sprach bei der anschließenden Pressekonferenz von einem "sehr akzeptablen Ergebnis" mit ein, zwei, drei "Wermutstropfen". Einige Bürgermeister habe man verloren, was natürlich schmerze, allerdings habe man bei den Gemeinderäten um 5,6 Prozent auf 2.550 zulegen können.

Andererseits habe man auch Bürgermeister dazu gewonnen, wie etwa in Ehrwald oder in Imst, wo zwar noch kein Bürgermeister fest steht, da noch eine Stichwahl notwendig ist. Allerdings rittern in Imst zwei Kandidaten von ÖVP-nahen Listen um den Posten des Ortschefs.

Kufstein verlangt eine Analyse
Als "Enttäuschung" bezeichnete Platter dagegen das Ergebnis in der Bezirkshauptstadt Kufstein. "Hier ist eine Analyse notwendig", sagte Platter. Die Ursache sei allerdings in Kufstein selbst zu suchen. Hauptgeschäftsführer LAbg. Hannes Rauch ortete den Grund für das nicht wunschgemäße Ergebnis in der Listenvielfalt. Der amtierende Bürgermeister Herbert Marschitz kam mit seiner Liste nur mehr auf 29,9 Prozent der Stimmen, 2004 waren es noch 38,22 Prozent. Damit verlor er zwei Mandate im Gemeinderat und auch er muss sich einer Stichwahl stellen.

Zu den vielbesagten Wermutstropfen zählte auch die "Minarettgemeinde" Telfs, wo der ÖVP-Kandidat Stephan Opperer in die Stichwahl muss und im Gemeinderat fünf Mandate verlor. Er hatte Konkurrenz von einem ehemaligen Listenkollegen, Christian Härting, der mit seiner Liste "Wir für Telfs" auf 22,86 Prozent der Stimmen und fünf Gemeinderatsmandate erreichte. Insgesamt 26 Bürgermeister müssen sich in Tirol noch der Stichwahl stellen, dabei handelt es sich in zwölf Gemeinden um ÖVP-interne Duelle.

SPÖ in Kleingemeinden stark
Die Tiroler SPÖ konnte sich in kleineren Gemeinden wie unter anderem Kundl, Telfes, Natters oder Patsch über neue Bürgermeister freuen, in Reutte konnte sich Helmut Wiesenegg allerdings nicht mehr durchsetzen und schaffte es auch nicht in die Stichwahl. Er erzielte mit seiner Liste 19,04 Prozent und drei Mandate, was einen Verlust von fünf Sitzen im Gemeinderat bedeutete. Die Grünen konnte ihre Position halten und bei der Anzahl der Gemeinden in denen sie mit Gemeinderäten vertreten sind um zwei auf 34 zulegen. Osttirol, wo die Grünen sowohl in Lienz als auch in Matrei aus den Gemeinderäten flogen, werde man sich genau anschauen müssen, erklärte die Landessprecherin der Tiroler Grünen, Ingrid Felipe.

Die FP blieb hinter ihrem Wahlziel, die Anzahl ihrer Mandate zu Verdreifachen, konnten sie aber mit 73 verdoppeln. Einen Achtungserfolg erzielte FP-Landesparteiobmann LAbg. Gerald Hauser, der für seine Partei in St. Jakob im Defreggen einen Bürgermeistersessel erobern konnte. (apa/red)

15.3.2010 15:52