Kritik an Worten des Papstes reißt nicht ab:
Plattform 'Wir sind Kirche' vermisst Inhalte
- Keine Analyse der Vorfälle in katholischer Institution
- Hirtenbrief für Innsbrucker Bischof aber "mitfühlend"

·Missbrauchsopfer
vom Papst enttäuscht
"Wollen von der Kirche endlich Taten sehen"
·Missbrauchsfälle
"erschüttern" Papst
Pastoralbrief befasst sich
ausschließlich mit Irland
·"Vertrauen junger Menschen verraten"
Auszüge aus dem Brief von Papst Benedikt XVI.
·Auch Johann Weber
räumt Fehler ein
Grazer Altbischof zeigt sich zutiefst betroffen
·Eine Million will aus der Kirche austreten
Missbrauchsaffäre lässt
"Schäfchen" davonlaufen
·Die Katholische Kirche am Pranger
KOMMENTAR: Missbrauch
- ein Kind des Schweigens
·VIDEO-Umfrage:
'Das Zölibat ist schuld'
Das hält Österreich von der Katholischen Kirche
Der Plattform "Wir sind Kirche" geht der Papst-Hirtenbrief zum Thema Missbrauch in Irland nicht weit genug, sie vermisst vor allem konkrete Veränderungen. Der Brief sei zwar geprägt von hoher Anteilnahme und einfühlsamen Worten an die Opfer und Strenge gegenüber den Tätern. Aber er ist in einer spirituellen Sprache abgefasst, die nichts Konkretes aussagt und die keine Veränderungen erwarten lässt.
Im Gegenteil: Angesichts der Missbrauchsfälle auf die 'Wunden Christi' zu verweisen, wird wohl nicht verstanden werden und eher befremdlich wirken", heißt es in einer Stellungnahme der Plattform. Ihrer Ansicht nach fehlt eine strukturelle Analyse der kircheninternen Begünstigungen für Pädophilie.
Der Papst sehe die Schuld an den Vorfällen ausschließlich bei den einzelnen Tätern, der irischen Gesellschaft und bei einzelnen Bischöfen. "Die Mitschuld der Kirchenleitung durch Vertuschen und Verschweigen wird nur bis zur Ebene der Bischöfe wahrgenommen. Seine eigene Verantwortung als oberster Kirchenleiter spricht er nicht an." Nur an einer Stelle werde kurz von der Schuld "der" Kirche gesprochen, kritisiert der Vorsitzende von "Wir sind Kirche", Hans Peter Hurka. Kritisch sieht Hurka auch, dass der Papst auf die Missbrauchs-Meldungen aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich nicht eingegangen ist.
Der Innsbrucker Diözesanbischof Scheuer hat den Hirtenbrief als "hörend und mitfühlend" bezeichnet. Auch wenn der Brief an die Katholiken in Irland gerichtet ist, seien weite Passagen auch auf Deutschland und Österreich bzw. auf Tirol anzuwenden, betonte Scheuer.
Geteilte Reaktionen
Der Papstbrief zum Missbrauchsskandal hat auch bei seinen direkten Adressaten - den katholischen Christen in Irland - geteilte Reaktionen ausgelöst. Während die einen in dem Schreiben einen historischen Schritt sehen, gehen die Worte anderen nicht weit genug. Der vatikanische Kurienerzbischof Rino Fisichella kündigte eine strengere Auswahl von Priesteramtskandidaten an: "Nicht einmal der Mangel an Berufungen kann eine Entschuldigung dafür sein, jeden aufzunehmen, der beim Priesterseminar anklopft", sagte der Ethik-Verantwortliche des Vatikan im Interview mit der italienischen Tageszeitung "Avvenire", wie Kathpress am Sonntag berichtet.
Einen Tag nach der Veröffentlichung seines Hirtenbriefs an die irische Kirche hat der Papst zur Nachsicht mit den Menschen aufgerufen. Die Gläubigen müssten zwar "unnachgiebig mit der Sünde, auch der eigenen", sein, jedoch "geduldig mit den Menschen", sagte Benedikt XVI. in Rom beim traditionellen Angelus-Gebet.
(apa/red)
Paketfunde in Kanada10:02
Pornostar als Killer?29-jähriger Luka Magnotta soll Bekanntschaft ermordet, zerstückelt und verschickt haben
Caritas-Konferenz13:25
Eine Milliarde hungertSituation ist wegen Dürre und Nahrungsmangel in Afrika am schlimmmsten
