Donnerstag, 18. März 2010

Eine Million will aus der Kirche austreten:
Missbrauchsaffäre setzt Gottesdienern zu

  • 17 Prozent der 5,6 Millionen Katholiken haben genug
  • Für rückwirkende Abschaffung der Verjährungsfristen

Die jüngst bekanntgewordenen Missbrauchsfälle könnten der römisch-katholischen Kirche einen noch nie dagewesenen Schaden zufügen. Laut einer Umfrage des Integral-Instituts überlegen sich derzeit 17 Prozent der rund 5,6 Mio. Kirchenmitglieder, das entspricht fast eine Million, den Austritt. Mit 77 Prozent hat sich zudem eine große Mehrheit für eine rückwirkende Abschaffung der Verjährungsfristen bei Missbrauch ausgesprochen.

Für 38 Prozent der Menschen hat sich die Grundeinstellung zur katholischen Kirche negativ verändert, geht aus der Umfrage weiters hervor. Wie tief das Vertrauen in die Kirche erschüttert ist, zeigt sich auch bei der Frage, ob die Menschen ihre eigenen Kinder der Obsorge einer Einrichtung der katholischen Kirche anvertrauen würden. Eine Mehrheit der Bevölkerung von 56 Prozent kann sich dies nicht bzw. nicht mehr vorstellen.

Nur 28 Prozent der Befragten glauben daran, dass die Kirche die Vorfälle in ihrem Umfeld selbst aufklärt: Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) halten das für unglaubwürdig. Eine Mehrheit von 51 Prozent verlangt, dass die starke Bevorzugung kirchlicher Einrichtungen im Staat, basierend auf dem Konkordat, abgeschafft wird.

In der telefonischen Blitz-Umfrage des Integral-Instituts im Auftrag der Unabhängigen Plattform/Privaten Initiative zum Schutz der Opfer kirchlicher Gewalt wurden Anfang dieser Woche 300 Personen befragt.

(apa/red)

18.3.2010 16:50
wong, 20. 03. '10 10:55
austritt keine lösung
der titel sagt schon alles, was ich meine: austritt ist keine lösung,im gegenteil, jetzt brauchen die, die innerhalb der katholischen kirche - die nicht so schlecht ist, wie sie öffentlich gegeiselt wird - den anstand vertreten solidarität!
different-view, 20. 03. '10 20:57
Re: austritt keine lösung
NUR ein Austritt ist die Lösung! Innerhalb der katholischen Kirche gibt es nichts Gutes und hats auch nie gegeben. Ich bin ja schon vor meinem 18. Geburtstag ausgetreten, sonst würde ich aber jeden Tag einen anderen Grund finden, es nochmal zu tun! Mit jedem Austritt stirbt die Kirche immer mehr und das ist für jeden gut, vor allem für die Kinder, die dadurch nicht mehr missbraucht werden können.
wong, 21. 03. '10 12:27
Re: austritt keine lösung
da muss ich aber doch sehr heftig widersprechen!
keinauto, 19. 03. '10 10:20
Austreten aus dem Katholischen Verein.
Ich kann leider nicht austreten, ich bin es bereits seit 1973.
Seither bin ich überzeugter Antikatholik!!!
Ich habe es nie bereut!!!
brabus, 18. 03. '10 16:44
Kirchenaustritt
Hat irgend jemand etwas anderes als so ein Ergebnis erwartet ? Der Österreicher ist zwar geduldig, aber auf den Kopf sch.... lässt er sich nicht. Und die genannte Plattform sollte damit beginnen alle Fakten für Sammelklagen anzukarren, nur so kann den Opfern geholfen und künftige vielleicht vermieden werden, wenn diese Kirche mit ihren Vertretern in Grund und Boden versinkt.
Dantine, 18. 03. '10 19:18
Re: Kirchenaustritt
Traurig genug!
Ist es wirklich die Ultima ratio, der Kirche den Rücken zu kehren? Oder ist das nicht nur eine Ausrede dafür, dass man sich keine Vorwürfe machen will, selbst mit seinen Kindern so wenig kommunizieren zu können, dass eine Vertrauensbasis geschaffen wird, oder dass man seine Kinder einfach loswerden will (Kirche, Heim)?
Ich bin der Meinung, dass man sich so einen spontanen Austritt sehr gut überlegen sollte!
Übrigens: Ich bin evangelisch!
LuZaR, 18. 03. '10 19:30
Re: Kirchenaustritt
@Dantine

Sorry aber das was Sie hier von sich geben ist der größte Blödsinn den ich je gelesen habe. Jetzt sind die Eltern der Kinder schuld das sie Missbraucht wurden?

Ich bin vor Jahren aus der Kirche ausgetreten, weil ich nicht mehr eingesehen habe warum ich für meinen glauben VIEL Geld bezahlen solle. Wäre dieser Grund damals nicht ausschlaggebend gewesen würde ich spätestens JETZT austreten.

LG..
sidestep, 18. 03. '10 19:46
@Dantine 1
Ich bin auch überzeugter Evangelischer - seit 4 Jahren. Ich war vorher 53 Jahre in der katholischen Kirche und war vom Ministrant. Ich bin aus der katholischen Kirche ausgetreten, nicht weil ich missbraucht worden bin. Nein man hat mir auf eine Anfrage die ich gestellt habe und die sich auf die hirachischen Strukuren in der Kirche bezogen haben, zuerst eine 08/15 Antwort gegeben. Als ich mit dieser nicht zufrieden war, hat man mir sinngemäß geantwortet, dass ich eine bezughabende Antwort ohnehin nicht begreifen würde. Das führte verkürzt geschildert zu meinem Austritt. Die kath. Kirche ist "hölzern" und in ihren alten Strukturen erstartr und weigert sich, gewissen gesellschaftlichen Notwenigkeiten anzupassen. Wie anders sind da die Evangelischen. Offen, freundlich, diskussionsbereit.
sidestep, 18. 03. '10 19:48
@Dantine 2
Den gesellschaftlichen Trends gegenüber offen und doch in einem Maße konservativ, wie es dem Glauben in dieser Gemeinschaft gut tut. Ich bereue nicht, dass ich 53 Jahre Katholik war. Ich bedauere es nur, weil ich als Evangelischer erst erfahren habe, wie schön der Glaube an Gott sein kann.
maierhofer____, 18. 03. '10 22:56
Re: Kirchenaustritt
@sidestep

Ich bin sowieso dagegen,dass kinder getauft werden mit grade mal paar monaten.
Jugendliche sollten sich mit 14 entscheiden dürfen, vorher nicht.

Ich bin jetzt (oder war ich es schon immer?) Buddhist und blühe in den Lehren Buddhas richtig auf.
brabus, 19. 03. '10 11:05
Re: Kirchenaustritt
@Dantine : Um seinen Glauben zu leben braucht es keine Institution, die von Hitlers Gnaden ein Steuergesetz dazu verwendet, den arbeitenden Menschen Geld aus der Tasche zu ziehen mit welchem Verbrecher finanziert werden, da dann nicht einmal ihrer gerechten irdischen Strafe zugeführt werden. Gott und Teufel fürchten sie offenbar ohnehin nicht, sonst hätten sie sich nicht an Unschuldigen versündigt.