Auch Johann Weber räumt Fehler ein:
Grazer Altbischof hat "Ausmaß nie erahnt"
- Missbrauchsfälle: "Gewicht nur auf die Täter gelegt"
- Kirche hat sich "sehr lange sehr schwer getan"

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Der frühere steirische Diözesanbischof Johann Weber hat im ORF Steiermark erstmals zu den jüngsten Missbrauchs-Fällen in der Kirche Stellung genommen und auch Fehler der Kirche eingeräumt. Er sei zutiefst betroffen, sagt der frühere Diözesanbischof Johann Weber. Das Ausmaß der Missbrauchsvorwürfe - die zu einem Großteil während seiner Amtszeit geschehen sein sollen - habe er nie erahnt. In seiner Amtszeit sei solchen Vorwürfen immer nachgegangen worden, doch habe sich die Kirche dabei "sehr lange sehr schwer getan".
Man sei "unbeholfen und ratlos gewesen, vieles sei völlig undenkbar, zunächst überraschend" gewesen, so der heute 83 Jahre alte Geistliche, der Mitte 1969 Diözesanbischof von Graz-Seckau wurde, bis er 2001 von Egon Kapellari abgelöst wurde. Das starke Gewicht, sich "fast nur mit den Tätern zu befassen, und die Opfer ein bisschen aus dem Blick zu haben, gehört sicher - und ich glaub, das ist jetzt durch die jüngsten Ereignisse auch schon geschehen - korrigiert zugunsten der Opfer", so Weber.
Den Vorwurf, die Kirche habe Priester nach Verdachtsfällen nur versetzt und keine ausreichenden Konsequenzen gezogen, wies Weber zurück. Dies sei doch zu einseitig, man habe schon versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen, was nicht immer geglückt sei. Jetzt solle die Kirche alle Missbrauchsvorwürfe in voller Offenheit aufklären, und sie solle betroffenen Opfern, Pfarren - aber auch jenen Priestern, die als Täter verdächtigt werden - helfen.
(apa/red)
