Die Katholische Kirche am Pranger: Über
den Missbrauch als Produkt des Schweigens
- NEWS.at-Kommentar: Konservativ vs. aufgeschlossen
·"Papst hätte schon längst reden müssen"
Pater Udo übt Kritik am Schweigen des Pontifex
·Missbrauchsfälle nehmen drastisch zu
Immer mehr Opfer gehen
nun an die Öffentlichkeit
·Die Katholische Kirche am Pranger
KOMMENTAR: Missbrauch
- ein Kind des Schweigens
·Der Kirche laufen ihre Gläubigen davon
Missbrauchsfälle führen zu massiver Austrittswelle
·VIDEO-Umfrage:
'Das Zölibat ist schuld'
Das hält Österreich von der Katholischen Kirche
Liegt es am Zölibat, an der jahrelang praktizierten Schweigepolitik oder ist es nur Zufall, dass in der Katholischen Kirche derzeit ein Missbrauchsskandal nach dem anderen ans Tageslicht kommt. So genau kann oder will die Kirche diese Fragen nicht beantworten.
Man könnte an dieser Stelle den konservativen katholischen Glauben als Ursache allen Übels betrachten. Allerdings würde man es sich damit doch zu einfach machen. Schließlich passiert Missbrauch nicht nur innerhalb der Kirche. Dennoch - im Wort "konservativ" steckt vielleicht ein Teil des Problems.
Viel zu lange wurde über Missbrauch geschwiegen, musste man über Missbrauch schweigen. Das zeigt sich auch daran, dass zahlreiche Fälle über 30 Jahre und weiter zurück liegen. Die Kirche zeigt sich oftmals - damals wie heute - als eine Autorität, die beinahe unantastbar ist. Und gerade das ist das große Problem. Aufgrund dieser Sonderstellung wurden des Missbrauchs überführte Patres einfach versetzt oder suspendiert anstatt vor ein weltliches Gericht gestellt zu werden. Selbst bei den aktuellen Missbrauchsfällen wird es nur in den seltensten Fällen zu einer Anklage vor einem Strafgericht kommen. Die "Bestrafung" obliegt nach wie vor der Kirche. Genau das muss sich ändern.
Darüber hinaus ist natürlich auch das Zölibat ein längst überholtes, konservatives Relikt. Doch allein darauf die hohe Anzahl an Missbrauchsfällen zurückführen, wäre vermessen. Vielmehr muss die Schweigepolitik und Vertuschung innerhalb der Kirche ein Ende haben. Vor allem in Hinblick auf die Opfer.
(pc)
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