"Papst hätte schon längst reden müssen":
Pater Udo kann Schweigen nicht verstehen
- Pontifex müsse sich für Missbrauch entschuldigen
- Benedikt XVI. äußert sich am Freitag zu den Fällen

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KOMMENTAR: Missbrauch
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Im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen die katholische Kirche hat der streitbare Paudorfer Pfarrer Udo Fischer den Papst kritisiert. In der "ZiB2" forderte er Benedikt XVI. auf, sich zu entschuldigen und etwas am Verhalten der Kirche zu ändern. "Der Papst hätte schon längst auftreten und sprechen müssen." Sein Schweigen sei "ganz schlimm", meinte Fischer. "Jesus hätte dazu sicher nicht geschwiegen."
Der Paudorfer Pfarrer hielt den Papst vor, dass er als Bischof Josef Ratzinger noch ein Dekret angeordnet habe, wonach Missbrauchsfälle vertuscht werden sollten. Das sei zwar vor neun Jahren revidiert, aber bis jetzt nicht zurückgenommen worden. Auch beim Fall Groer sei nur vertuscht worden, der Vatikan habe damals "überhaupt nichts unternommen". Den österreichischen Bischöfen attestierte Fischer zumindest ein Bemühen, das Problem sei aber, dass ihre Autorität sehr gelitten habe.
Papst Benedikt XVI. will am Freitag den angekündigten Brief an die irischen Bischöfe zum Missbrauchsskandal unterzeichnen. Ob das Schreiben auch ausdrücklich auf die deutschen Fälle eingehen wird, ist unklar. Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel verlangte im Bundestag eine schonungslose Aufklärung des Missbrauchsskandals. (apa/red)
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