Asylwerberzahlen sind gesunken: Drittes Erstaufnahmezentrum derzeit kein Thema
- Ministerin Fekter: "Wie es aussieht, kommen wir aus"
- Rücklauf bei Asylzahlen steht aber unter Beobachtung

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Die Errichtung eines dritten Erstaufnahmezentrums für Asylwerber wird immer unwahrscheinlicher. Innenministerin Fekter verwies vor dem Ministerrat darauf, dass die Asylwerberzahlen in den ersten beiden Monaten 2010, im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel gesunken seien: "Wie es derzeit aussieht, kommen wir aus", meinte die Ministerin unter Verweis auf die Zentren in Traiskirchen und Thalham.
Priorität hat für Fekter eine dritte Erstaufnahmestelle derzeit ohnehin nicht: "Weil mich niemand darin unterstützt". Ihren Versuch, ein Zentrum in Eberau zu etablieren, verteidigte Fekter. Erstens sei eine dritte Erstaufnahmestelle im Regierungsprogramm verankert worden, und zweitens habe es zum damaligen Zeitpunkt noch steigende Asylzahlen gegeben.
Rücklaufender Trend bei Asylzahlen
Auch jetzt schließt sie so ein Flüchtlingslager nicht zur Gänze aus. Man müsse noch mindestens bis zum Sommer warten ob der rückläufige Trend bei den Asylzahlen anhält. Es zeige sich jedoch bereits, dass die von ihr eingeleiteten gesetzlichen Maßnahmen gegen Missbrauch auf diesem Gebiet Wirkung zeigten.
Als Beispiel nannte Fekter die Möglichkeit, das Alter von Flüchtlingen mit radiologischen Methoden festzustellen. Bei 100 entsprechenden Überprüfungen habe sich bei 72 gezeigt, dass die Betroffenen älter seien als angegeben. Hintergrund: Minderjährige Asylwerber haben im Verfahren gewisse Erleichterungen im Vergleich zu volljährigen Flüchtlingen.
Verantwortung bei Fekter
Verteidigungsminister Darabos sieht die Verantwortung für das dritte Erstaufnahmezentrum in erster Linie bei der Innenministerin. Er habe dieser die Möglichkeit gegeben, den Zeitraum für die Prüfung, ob die Flüchtlingsströme abnehmen, selbst festzulegen.
Weiter noch offen ist die Frage der Anwesenheitspflicht für Asylwerber im Erstaufnahmezentrum. Die Innenministerin pocht auf die Umsetzung ihrer entsprechenden Idee. Schließlich gebe es in vielen gesellschaftlichen Bereichen Anwesenheitsverpflichtungen, etwa für Lehrer auf Skischulkursen.
(apa/red)
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