SPÖ zu Gesprächen bereit: Öko-Steuern ja, aber nicht auf Kosten der Arbeitnehmer

  • Kräuter: Nicht nur "Arbeitnehmer zur Kasse bitten"
  • Auch Steuern für Stiftungen sollen erhöht werden

Die SPÖ ist über die von der ÖVP vorgeschlagene "Ökologisierung des Steuersystems" (de facto also höhere Energiesteuern) grundsätzlich gesprächsbereit. "Aber man muss sehr genau schauen, dass man nicht die Arbeitnehmer zur Kasse bittet", betont SP-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter. Außerdem pocht Kräuter auf weitere vermögensbezogene Abgaben: "Mit einer Bankensteuer und ökologischen Lenkungseffekten alleine wird es sich einnahmenseitig nicht ausgehen."

Eine Anhebung der Mineralölsteuer wäre für die SPÖ nur unter der Bedingung möglich, "dass nicht die arbeitende Bevölkerung bzw. die Pendler zum Handkuss kommen", so Kräuter. Ähnliches gilt aus seiner Sicht auch für eine CO2-Steuer, wie sie Finanzminister Josef Pröll zuletzt in den Raum gestellt hat. "Das Prinzip, dass man ökologische Effekte in diesem Bereich verfolgen muss, ist richtig. Aber man muss sehr genau darauf achten, wer die Zahler sind", so Kräuter: "Das kann auf keinen Fall einseitig die arbeitende Bevölkerung sein."

Sollte es parallel zur Anhebung der Energiesteuern auch eine Senkung der Lohnnebenkosten geben, dann müssten davon aus Sicht des SP-Politikers auch die Arbeitnehmer profitieren. Pröll hat bereits Gespräche mit der Industrie über die "Entlastung des Faktors Arbeit" angekündigt. "Alles, was man mit der Industrie verhandelt, verhandelt man sozialpartnerschaftlich auch mit der Arbeitnehmervertretung", deponiert Kräuter - das sei aber auch dem Finanzminister bewusst.

Außerdem geht Kräuter davon aus, dass die Bankenabgabe und allfällige ökologischen Lenkungssteuern nicht ausreichen werden, um die von der Regierung geplanten Mehreinnahmen von 1,7 Mrd. Euro hereinzubekommen. Er deponiert daher neuerlich die Forderung der SPÖ nach höheren Steuern für Stiftungen, Aktiengeschäfte und - sollte eine europaweite Finanztransaktionssteuer ins EU-Budget fließen - nach einer österreichischen Börsenumsatzsteuer.

(apa/red)

13.3.2010 14:23
Seite bookmarken bei: ? Hilfe
mr.sauer, 14. 03. '10 18:25
Also wirklich
nur die Naivsten konnten glauben, dass die teuren Versprechen vor der Wahl (z.B.Abschaffung der Studiengebühren) und die Abfederung der Wirtschaftskrise (die objektiv gesehen ausnahmsweise nicht die Schuld der Regierung ist) nicht irgendwann zurückgezahlt werden müssen. Wie soll dass ohne Steuererhöhung funktionieren. Wer da den Politikern das Gequasel von KEINE STEUERERHÖHUNG geglaubt hat, ist falls jetzt enttäuscht, selber schuld. Doch auch hier könnte man sozial staffeln und nicht alles über einen Kamm schären.
fiore696, 14. 03. '10 18:00
LÜGENPOLITIK...
wie im Buche geschrieben! Fällt diesen Politikern wirklich nichts anderes ein, als die 'kleinen' Steuerzahler zu schröpfen! Dafür bekommen sie noch horrende Gehälter, diese sollte man um die Hälfte kürzen für diese Einfallslosigkeit. Sie sollen einmal anfangen bei den Verwaltungsreformen etc., wie schon seit über 30 Jahren nur gefafelt, radikal durchzugreifen......
sidestep, 14. 03. '10 09:30
Für wie dumm hält uns dieses rote Gesindel eigentlich?
Wieder einmal wird dem Diktat der leeren Staatskassen folgend mit dem Schlagwort "Ökologisierung" zu Leibe gerückt. Die Hilflosigkeit des rot/schwarzen Gesindel ist nahezu sprichwörtlich. Wann immer die Staatskassen leer sind, wird die Melkkuh der Nation, der Autofahrer oder diesmal auch jeder Bürger der mit Öl oder Gas heizt, zur Kasse gebeten. Und immer geht es um "Ökologisierung", obwohl zum Schadstoffausstoß nichts aber auch gar nichts getan wird. Mit dem eingenommen Geld werden die Löcher im Budget gestopft und sonst gar nichts. Die Dummköpfe ala Pröll und Faymann meinen nur, dass das Volk von Ihrer Schlagwortpolitik nichts bemerkt. Auch Gusenbauer hat bei Amtsantritt die Preise für die Mineralölsteuer sofort um 10 Cent erhöht. Mit welche Ergebnis ist ja bekannt, er wurde "gegangen".
Das Wetter heute: