Heller erlebte Missbrauch im Internat mit:
"Waren mit Verstörung & Ratlosigkeit allein"

  • Statt Opferhilfe gab es nur "jesuitische Selbstjustiz"
  • Künstler war selbst Schüler im Internat Kalksburg

"Wir waren mit unserer Verstörung und Ratlosigkeit allein", beschrieb Künstler Andre Heller die Situation als ehemaliger Schüler im Jesuiten-Internat Kalksburg (Wien-Liesing), wo er sexuellen Missbrauchs mitbekam. Heller zeigte sich nicht überrascht über die jüngst bekanntgewordenen Fälle und geht von einer "ganz geringen Zahl, von der wir wissen" aus - "gemessen an der Wirklichkeit".

Heller berichtete in der "ZiB24" von einem Erzieher im Kollegium Kalksburg, der Missbrauch begangen habe. Er selbst sei in der Nacht von dem Mann an den Schläfen gestreichelt worden und habe dafür Schokolade erhalten. Das habe er "als Zärtlichkeit empfunden". Womöglich sei dabei aber "etwas ausgelotet" worden, denn andere im Internat seien missbraucht worden. Die Grenzen seien hier fließend gewesen.

Heller beklagte, dass früher die Justiz nicht mit dem Thema befasst gewesen sei. Damals, als die Missbrauchsfälle aufflogen, sei der Generalpräfekt erschienen und habe erklärt: "Der Teufel war zu Besuch bei uns." Alle Betroffenen sollten sich melden. Dann sei es lediglich zu "jesuitischer Selbstjustiz" gekommen. Hilfe für Opfer, etwa durch Psychologen, gab es laut Heller damals nicht. Heute sei es im Gegensatz zu früher "nicht mehr so leicht, damit davonzukommen".

"Kinderinquisition"
Heller riet Opfern, über das Geschehene zu sprechen - wenn auch nicht notwendigerweise an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Missbrauch sei "Teil einer schrecklichen Realität" gewesen. Von seiner Zeit im Internat sprach der Künstler von "Kinderinquisition": "Ich fand's eine ganz widerliche Zeit im Internat."

Das Kollegium Kalksburg übertrug 1994 seine Führung dem Schulverein "Vereinigung von Ordensschulen Österreichs". Als Hauptgrund wurde die die Personalsituation angesichts kontinuierlich gesunkener Zahlen von Ordensmitgliedern genannt.

(apa/red)

10.3.2010 09:31
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wong, 11. 03. '10 11:43
nelle gloer
ich empfehle jedem,den es wirklich interessiert, die lektüre von nelle gloer : " verlorene kindheit"
War-Lord, 11. 03. '10 11:26
Hast du wirklich noch Glück gehabt...
Scheinbar schreibe ich gewissen Damen/Herrn bei NEWS ein bissl zu direkt, weil sie Beiträge von mir rauslöschen... dann bitte lassen sie es mich so formulieren... Lieber Andreas, du hast Glück gehabt, dass du den Missbrauch NUR miterlebt hast... * Ich hoffe diese Meldung wird nun von der Redaktion genehmigt! *ggg
bachter, 11. 03. '10 08:47
Lieber Andre,
warum findest Du erst jetzt den Mut darüber zu sprechen, sonst warst Du ja auch immer der Saubermann. Aber jetzt weiß man ja daß es Dich noch gibt. Gratuliere zu Deinem Mut.
founder, 10. 03. '10 12:06
Meine Tante wollte mich 1972 nach Kalksburg stecken
Damals war ich 14, ich sprach mit Mitschülern darüber und bakam den absoluten Horror davor. Es gab damals schon Gerüchte darüber, die jetzt bestätigt werden.
Zum Glück gelang es meiner Tante nicht.
alpilili, 10. 03. '10 11:10
missbrauch ist was schlimmes! fortsetzung
das traurige ist, man schleppt diese übergriffe sein leben lang mit und die praxen der therapeuten sind voll mit menschen, die nach jahrzehnten versuchen, ein gesundes selbstwertgefühl (wieder)zufinden, das ihnen als kind gestohlen worden ist.

ich denke mir, herr heller macht sich nur unnötig wichtig, wenn er von einem streicheln an den schläfen von missbrauch spricht.
alpilili, 10. 03. '10 11:08
missbrauch ist was schlimmes!
auch ich wurde in den 70er jahren missbraucht. nicht von den katholen sondern vom sozialistischen bürgermeister des ortes. es war grauslich. und ich kenne viele, denen es als kind oder jugendlichem ähnlich ergangen ist. wir waren 10, 12, 14 jahre alt. da kriegte man hier eine zunge in den rachen geschoben dort einen penis in die hand gedrückt und schlimmeres. fast immer waren die männer, die sich so vergnügt haben, vorgesetzte, lehrer, honoratioren - durchwegs sogenannte "respektspersonen", gegen die man sich als kind nicht wehren konnte. die täter kamen aus allen gesellschaftsschichten, nicht nur aus der kirche. ein kind war damals offensichtlich nicht viel wert.
Ferdiburli, 10. 03. '10 09:37
Der arme
Heller!
sidestep, 10. 03. '10 09:49
Re: Der arme
Künstlergesindel. Jetzt wo sich die wirklichen Opfer trauen endlich zu reden, meint so ein oberschlauer "Künstler" sich auch zu Wort melden zu müssen. Halten Sie Ihren Mund Sie Pseudokünstler so wie Sie es bis jetzt auch getan haben. Niemand ist auf ihre verlogenen "Wahrheiten" neugierig!!
Freak40, 10. 03. '10 10:41
Re: Der arme
echt das allerletzte jetzt das Maul aufzureissen und auf Mitleid machen aber typisch für dieses linke Gesockse.