Missbrauchsvorwürfe haben sich bestätigt: Drei Geistliche wurden ihrer Ämter enthoben
- Stift Kremsmünster: Geistlicher gab Übergriffe zu
- Immer mehr Missbrauchsfälle treten an Öffentlichkeit

·Auch Niederländer
im Missbrauchssumpf
350 Hinweise innerhalb kurzer Zeit eingegangen
·Sängerknaben überprüfen Vorwürfe
Missbrauchsopfer sollen bei Aufklärung helfen
·Neue Misshandlungen
in katholischer Kirche
Erzabt bietet in Salzburg
5.000 Euro Schweigegeld
·Heller: Missbrauch
im Internat miterlebt
Statt Hilfe gab es nur
"jesuitische Selbstjustiz"
·'Die Kirche braucht nun Befreiungsschlag'
NEWS: Ordens-Oberer Fürnsinn zum Missbrauch
Kaum ein Tag ohne neue Missbrauchsvorwürfe in der katholischen Kirche Österreichs. In Oberösterreich wurden gleich drei mutmaßliche schwarze Schafe gestellt, sie sollen im Stiftsgymnasium Kremsmünster in den 80er Jahren Schüler geschlagen und sexuell missbraucht haben. Ordensvertreter entschuldigten sich, die Beschuldigten sind bereits ihres Amtes enthoben.
Einer der mittlerweile 75-jährigen Mitbrüder in Kremsmünster habe den ihm vorgeworfenen Übergriff bestätigt, gab Abt Ambros Ebhart bekannt. Insgesamt fünf Personen, die in den 80er Jahren Opfer von Missbrauch geworden sein sollen, hätten sich gemeldet.
"Es ist so passiert", zitierte Abt Ebhart aus dem Gespräch mit einem der Patres. Dieser soll den Kopf eines Schülers, der sich neben ihm hingekniet habe, gerieben und fest in seinen Schoß gedrückt haben. "Ich bedauere, dass Menschen solche Leiderfahrungen in unseren Einrichtungen gemacht haben", so der Abt.
Immer mehr Missbrauchsfälle
Auch im Internat des Privatgymnasiums des Bregenzer Zisterzienser-Klosters Mehrerau könnte es offenbar noch weit mehr als die in den vergangenen Tagen öffentlich bekanntgewordenen Missbrauchsfälle gegeben haben. Ein ehemaliger Schüler schilderte in einem Interview den Missbrauch mehrerer seiner Mitschüler.
Auch eine politische Debatte entbrannte angesichts der Missbrauchsfälle. SPÖ-Justizsprecher Jarolim forderte unter anderem eine Verlängerung der Verjährungsfristen sowie eine Verdoppelung des Strafrahmens. Für die Opfer will Jarolim einen Entschädigungsfonds, aus dem 50.000 bis 70.000 Euro als Schmerzensgeld und für Behandlungskosten bezahlt werden können. Justizministerin Bandion-Ortner will über eine "Anzeigenpflicht bei Sexualdelikten diskutieren".
(apa/red)










