Gerechtigkeit oder nur Rechtsspruch?
Die Würfel im Fall Krems sind gefallen
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Angeklagter bekennt sich schuldig. Prozess vertagt
Alea iacta est - Im Fall Krems wurde ein Urteil gefällt. Der Schuldige steht fest, zumindest wenn es nach der Justiz geht. Genügend Fragen und Zweifel bleiben dennoch: War der Tod von Florian P. wirklich allein die Schuld des Polizeibeamten? Werden Polizisten durch den Schuldspruch in Zukunft ihre Waffen umsichtiger gebrauchen? Und inwieweit kann das Urteil die trauernde Familie trösten?
Ohne Frage, dieser Fall schreit geradezu nach einer Verurteilung. Gerade im Hinblick auf die umstrittene Arbeit der Justiz im Vorfeld des Prozesses. Die Bevölkerung und die Hinterbliebenen haben endlich ihren Schuldigen. Doch ob damit der Gerechtigkeit genüge getan wurde, sei dahingestellt.
Es war dunkel im Kremser Supermarkt, als die beiden Beamten auf die vermummten Einbrecher trafen. Zu diesem Zeitpunkt war ihnen vermutlich nicht bewusst, dass es sich um zwei nahezu unbewaffnete Jugendliche handelt, von denen der eine überhaupt erst 14 Jahre alt war. Florian P. und sein Komplize waren wahrscheinlich auf der Suche nach dem kriminellen Kick und sicher nicht auf ein Schussgefecht mit der Polizei aus. Fest steht: Keine Seite war auf einen tödlichen Ausgang gefasst, niemand wollte, dass es zum Äußersten kommt.
Das Urteil macht es dabei für niemanden leichter, aber es bringt Ordnung in einen Fall, der für viele nur schwer begreiflich ist, gerade weil es nicht gewollt war. Die Familie kann ihre Wut auf eine Person konzentrieren, doch bringt ihnen das ihren Sohn nicht wieder und hilft nicht bei der Trauerarbeit. Der Beamte muss mit der Schuld leben, egal ob verurteilt oder nicht. Und fraglich ist auch, ob so ein Tod durch das Urteil in Zukunft verhindert werden kann.
Abschließend kann festgehalten werden: Es war ein tragisches Unglück, ein tragischer Todesfall, bei dem ein Rest an Ungewissheit immer bleiben wird.
(pc)
