Freitag, 12. März 2010

Echter Buchersatz oder digitaler Firlefanz?
Drei E-Reader im Kampf um die "Lesekrone"

  • So performen die Konkurrenten von Amazon Kindle
  • TEST: Hexaglot N518, iRiver story und Sony PRS-300

Amazons Kindle war nur der Anfang, immer mehr Hersteller wollen am Markt der boomenden E-Book-Lesegeräte mitmischen. E-Media hat drei E-Reader getestet.

Die Reader von Sony, iRiver und Hexaglot setzen alle auf E-Ink-Displays. Diese kommen ohne Hintergrundbeleuchtung aus und verbrauchen nur beim Umblättern von Seiten, nicht aber für deren Darstellung Strom. Eine Akkuladung reicht bei allen dreien für rund 7.000 Seitenwechsel. Zum Umblättern benötigen die Reader von Sony und Hexaglot rund 1,5 Sekunden, iRivers story lässt sich minimal mehr Zeit. Alle drei Geräte haben übersichtliche Menüs und unterstützen das ePUB-Format für E-Books, welches hierzulande im Großteil der E-Book-Shops verwendet wird. Amazon setzt im Gegensatz dazu auf ein eigenes Format, zu dem die getesteten E-Reader nicht kompatibel sind.

Hexaglot N518
Bei Hexaglots N518 wird sowohl am oberen als auch am unteren Rand eine Symbolleiste angezeigt, die wertvollen Bildschirmplatz wegnimmt. Die Handschrifterkennung beim Erstellen von Notizen arbeitet bei kurzen, bekannten Wörtern recht zuverlässig, in längeren Texten sind jedoch immer wieder Korrekturen notwendig. Beim Schreiben wurde die Linie nicht direkt unter dem Stift, sondern 2 bis 3 mm versetzt dargestellt. Von der Verarbeitung her wirkt der Reader weniger hochwertig als die Konkurrenz. Praktisch ist das eingebaute Mikrofon, über das Audioaufnahmen gemacht werden können.

iRiver Story
Der story von iRiver sieht gut aus, das Plastikgehäuse knarzt jedoch an einigen Stellen. Die Tastatur ist für das Erstellen von Notizen und Einträge im eingebauten Kalender hilfreich, ansonsten bleibt sie jedoch ohne Verwendung. Zudem enttäuschen die kleinen Steuerungstasten, die sich nicht vom unwichtigeren Rest abheben. Weiteres Manko: Die Tasten zum Weiterblättern sitzen recht weit unten und haben einen harten, ungenauen Druckpunkt. Umso nerviger ist, dass die Seitenzahlen nicht direkt angewählt werden können. Somit klappen gerade die wichtige Navigation im Menü und das Blättern in E-Books nur unzufriedenstellend. Auch mit dem story lassen sich Audioaufnahmen erstellen und Musikdateien abspielen.

Sony Reader Pocket Edition
Der PRS-300 von Sony wirkt dank seines Metallgehäuses am robustesten. Die Navigation im übersichtlichen Menü und das Blättern klappen dank gut erreichbarer Tasten sehr gut. Da es sich um Sonys Einsteiger-Reader handelt, muss man auf Extras wie Notizen oder Audioaufnahme- und Vorlesefunktionen verzichten. Minuspunkte gibt es für den geringen, nicht erweiterbaren Speicher. In 512 MB mögen zwar einige hundert Textbücher passen, doch sobald in einem Buch auch Schwarzweiß-Abbildungen oder Grafiken vorhanden sind, reduziert sich die Zahl deutlich.

Fazit
Richtig absetzen konnte sich keiner der Reader, jeder hat individuelle Stärken und Schwächen. Sonys PRS-300 machte als reines Lesegerät noch die beste Figur, enttäuschte aber beim Speicher und den Zusatzfunktionen.

(E-MEDIA/Putnik)

Detailinformationen zu den einzelnen Readern erhalten Sie in der Printausgabe 05/10 von E-MEDIA!

12.3.2010 14:58