Der Schuldenberg muss endlich weg: 50 % der Griechen stehen hinter hartem Sparkurs
- 300 Milliarden Minus sind genug, findet die Mehrheit
- "Notwendige Entscheidung" von Giorgos Papandreou

Die meisten Griechen unterstützen einer Umfrage zufolge die harten Sparmaßnahmen der Regierung im Kampf gegen die Rekordschulden. So stimmten 50,1 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die beschlossenen Einschnitte im Staatshaushalt im Umfang von knapp fünf Milliarden Euro "in die richtige Richtung" gingen, wie eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Marc ergab. Dagegen hielten 41,9 Prozent die Kürzungen für falsch.
Etwa 60 Prozent der Befragten erklärten zudem, die vom sozialistischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou geplanten Sparmaßnahmen seien "eine notwendige Entscheidung" gewesen. Allerdings erklärten auch 66 Prozent, einige Punkte des Sparprogramms seien "eher ungerecht". Die Einsparungen sehen unter anderem eine Erhöhung der Benzin- und Mehrwertsteuer sowie Kürzungen bei den Staatsbediensteten vor. Aus Protest gegen die Einschnitte hatten die Gewerkschaften das Land am Donnerstag mit einem 24-stündigem Generalstreik nahezu lahmgelegt.
Griechenland kämpft mit einem Schuldenberg von 300 Milliarden Euro und einem Haushaltsdefizit von 12,7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Neuverschuldung soll mit Hilfe der drastischen Sparmaßnahmen in diesem Jahr auf 8,7 Prozent verringert werden. Die EU-Kommission und die Euro-Gruppe hatten zuvor großen Druck auf die Athener Regierung ausgeübt, weil die griechischen Schuldenprobleme bereits die Gemeinschaftswährung belastet hatten.
(apa/red)
