Freitag, 12. März 2010

Edle Tropfen bleiben ein Exportschlager:
Weinausfuhren übertreffen die Erwartungen

  • Wertmäßig ein Plus von 5,3 Prozent bei Exporten
  • Österreicher trinken lieber zu Hause als beim Wirten

Österreichs Weinwirtschaft jubelt über Erfolge im Ausland. Wie die Österreichische Weinmarketing (ÖWM) mitteilte, haben die Weinexporte 2009 alle Erwartungen übertroffen und ein Plus von 16 Prozent (Menge) erreicht. Wertmäßig lag die Steigerung bei 5,3 Prozent; bei der Jahrespressekonferenz Ende 2009 ist man noch von einem knappen "Halten" des Vorjahresresultates ausgegangen. Die Exportmenge erreichte demnach knapp 70 Millionen Liter, der Umsatz stieg von knapp 113 auf 119 Mio. Euro.

"Diese erfolgreiche Exportentwicklung des österreichischen Weins hält nun bereits seit zehn Jahren an und ist unter den europäischen Weinländern einzigartig," freut sich ÖWM-Geschäftsführer Willi Klinger. "Österreich gehört somit zu den dynamischsten Weinländern im internationalen Vergleich."

Aufgrund der großen Ernte des Jahrgangs 2008 sind die Fasswein-Exporte im Vorjahr mit 37 Prozent auf 30 Mio. Liter überproportional gestiegen. Wertmäßig ergab sich ein Plus von 12 Prozent auf 16,1 Mio. Euro. Der durchschnittliche Literpreis ging demnach von 66 auf 53 Cent zurück. Die für die Winzer lukrativeren Flaschenwein-Exporte sind 2009 mengenmäßig um 3,7 Prozent auf 39,5 Mio. Liter, wertmäßig um 4,4 Prozent auf 103 Mio. Euro gestiegen. Das entspricht einer leichten Verbesserung des Durchschnittspreises in diesem Segment von 2,59 Euro je Liter auf 2,60 Euro.

Gegen den Trend
Dieses Ergebnis sei umso bemerkenswerter, als die österreichischen Gesamtexporte 2009 aufgrund der schlechten Weltkonjunktur um 20 Prozent eingebrochen sind, betont man in der ÖWM. Schrittmacher dieser erfreulichen Entwicklung der Weinexporte seien Schlüsselmärkte wie Deutschland (Menge plus 15 Prozent, Wert plus 9 Prozent), wo 60 Prozent der österreichischen Weinexporte landen, und die Schweiz (Menge plus 27 Prozent, Wert plus 6 Prozent), aber auch aufstrebende Exportmärkte wie die Niederlande (Menge plus 30 Prozent, Wert plus 27 Prozent), Schweden (Menge plus 51 Prozent, Wert plus 38 Prozent) und Japan (Menge plus 33 Prozent, Wert plus 10 Prozent).

Mit diesen Exportsteigerungen konnten Rückschläge in anderen Ländern mehr als kompensiert werden, hieß es. Die anhaltende Dollarschwäche, die Wirtschaftskrise sowie Liquiditätsprobleme bei wichtigen Handelspartnern verhagelten beispielsweise die US-Exporte: Die Ausfuhren fielen um 18 Prozent auf 6,9 Mio. Euro. Weiters stark zurück gingen die Exporte nach Tschechien mit einem Minus von 11 Prozent auf 3,5 Mio. Euro und Großbritannien mit einem Minus von 17 Prozent auf 1,6 Mio. Euro.

Die Österreicher haben im Vorjahr aufgrund der Krise mehr Wein zu Hause getrunken und weniger in Gaststätten. So ist der inländische Weinkonsum 2009 mit derzeit rund 2,4 Mio. Hektoliter erneut leicht zurückgegangen. Nach einer Rekordernte von 2,9 Mio. Hektoliter 2008 wird die Ernte 2009 mit rund 2,1 Mio. Hektoliter eine der kleinsten Ernten der vergangenen zehn Jahre sein.
(apa/red)

12.3.2010 15:12