Freitag, 12. März 2010

Was täte Österreich bloß ohne den Winter?
Wer von Schnee, Frost und Eis etwas hat

  • NEWS.at bricht eine Lanze für die lange Winterszeit
  • Salinen & Sportartikelhändler jubeln, Tourismus hofft

Lange Winter haben hierzulande nicht den besten Ruf: Über Schnee, Matsch und niedrige Temperaturen schimpfen zählt zweifellos zu den Lieblingsbeschäftigungen vieler Österreicher. Dabei gibt es in der Wirtschaft genügend Beteiligte, denen ein Winter gar nicht lang und hart genug sein kann. NEWS.at hat einige Argumente für Schnee und Eis gesammelt.

Dass der öffentliche Verkehr glatt, aber nicht spiegelglatt läuft, ist für die Wiener Linien Jahr für Jahr eine Herausforderung. Was für das Unternehmen organisatorisch und finanziell eine Belastung ist, freut hingegen Dutzende Arbeitssuchende: Als Schneearbeiter können sie sich über ein Zubrot von 5,74 bzw. 6,60 Euro pro Stunde freuen. "Das war in diesem Winter einmal der Fall", wie Wiener-Linien-Sprecher Dominik Gries gegenüber NEWS.at bestätigt.

Anlass zur Freude haben auch die Salinen Austria: Für den Winterdienst notwendiges Streusalz macht 40-42 Prozent des Jahresumsatzes des österreichischen Marktführers aus, wie Stefan Maix NEWS.at wissen lässt. Ein strenger Winter schlägt bei den Salinen nämlich äußerst positiv zu Buche: "Der Absatz wird 1.100.000 Tonnen betragen, der Umsatz 100 Millionen Euro". Das bedeutet eine Steigerung von knapp 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Geschäft mit dem Sport
Wann, wenn nicht im Winter soll das Geschäft mit dem Wintersport richtig gut laufen? Über die hervorragende Schneelage und die niedrigen Temperaturen ist man bei den Sportartikelhändlern deswegen alles andere als erbost: "Wir rechnen in dieser Saison mit einem Umsatzplus von 10 Prozent", sagte der Obmann des Gremiums Sportartikelhandel in der Wirtschaftskammer Österreich. Der Ansturm ist so groß, dass bereits von Lieferengpässen berichtet wird.

Auch wenn der Tourismus derzeit mit einem Nächtigungsminus von zwei Prozent rechnen muss - ohne schneereichen Winter hätte die Branche angesichts des wirtschaftlichen Klimas noch mehr Federn lassen müssen. Und immerhin wurde bei einheimischen Gästen ein neuer Nächtigungsrekord verzeichnet. Gerade das gibt Hoffnung: Denn vielleicht fühlen sich die Österreicher im Schnee ja doch wohler, als sie zugeben möchten.
(mei)

12.3.2010 12:14