Mega-Deal von EADS mit Air Force geplatzt:
Angebot für 179 Tankjets zurückgezogen
- US-Luftwaffe dürfte Boeing bevorzugt haben
- Aus für das "Jahrhundertgeschäft" von 35 Mrd. Dollar

·Mega-Deal von EADS
mit Air Force geplatzt
US-Partner zieht Angebot
für 179 Tankjets zurück
·Kosten für Airbus-
Militärjet ufern aus
A400M kostet 11,3 Mrd. Euro mehr als erwartet
Der Airbus-Konzern EADS ist beim "Jahrhundertgeschäft" mit der US-Luftwaffe für 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar aus dem Rennen. Der US-Partner Northrop Grumman zog das gemeinsame Angebot zurück. Er begründete das mit unfairen Wettbewerbsbedingungen. Die Ausschreibung sei voll auf den Konkurrenten Boeing zugeschrieben worden.
Airbus-Chef Thomas Enders warf der US-Regierung "Voreingenommenheit" vor. Das Pentagon äußerte sich "enttäuscht". Zugleich wies das US-Verteidigungsministerium den Vorwurf unfairer Wettbewerbsbedingungen zugunsten des amerikanischen Konkurrenten Boeing zurück, dem nunmehr das Feld allein überlassen ist. Northrop Grumman sei überzeugt, "dass wir im derzeitigen Umfeld keine Chance haben, zu gewinnen, egal wie gut unser Angebot ist", sagte Enders. Er könne "dieser Einschätzung nur folgen".
Gezinkte Karten?
Schon vor drei Monaten hatte Northrop Grumman (NGC) gedroht, das Handtuch zu werfen, weil mit gezinkten Karten gespielt werde. So hatte Boeing Einsicht in das Airbus-Preisangebot erhalten und konnte sein Angebot darauf abstimmen. NGC/EADS hatte den Tankerauftrag 2008 bereits gewonnen gehabt, auf Protest von Boeing aber wieder aberkannt bekommen.
"Die jetzige Ausschreibung ist klar maßgeschneidert auf den kleineren und weniger leistungsfähigeren Flieger der Konkurrenz", sagte Enders. "Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Es geht hier nicht mehr um das beste Tankflugzeug und auch nicht um einen fairen Wettbewerb." US-Verteidigungsminister Gates hatte 2009 erklärt, er könne auch nur mit einem Boeing-Angebot leben.
EU schaltet sich ein
EU-Handelskommissar Karel De Gucht kündigte an, dass man "weitere Entwicklungen in dem Fall sehr genau verfolgen" werde. "Die EU-Kommission wäre extrem besorgt", falls sich herausstellen sollte, dass die Ausschreibungsbedingungen einen offenen Wettbewerb verhindert hätten.
Auch bei mehreren US-Politikern stieß das Bieterverfahren des Pentagons auf scharfe Kritik. Die Ausschreibung sei eine Farce, sagte der Gouverneur von Alabama, Bob Riley. Northrop habe dabei keine Chance auf echten Wettbewerb. Ein Zuschlag für das Unternehmen hätte in Alabama Tausende neue Arbeitsplätze geschaffen.
Die US-Luftwaffe muss 534 Tanker/Frachter ersetzen. Das verspricht langfristig ein Geschäft von 100 Milliarden Dollar. Im ersten Los geht es um 68 Maschinen für zwölf Milliarden Dollar und undatierte Folgeaufträge für 111 Flugzeuge. (apa/red)
