"Die Angelegenheit ist noch nicht beendet":
Wird geplatzter Airbus-Deal neu aufgerollt?
- Frankreichs Europa-Minister: "Es gibt Konsequenzen"
- Airbus-Hersteller EADS überlegt neue Bewerbungen

·Mega-Deal von EADS
mit Air Force geplatzt
US-Partner zieht Angebot
für 179 Tankjets zurück
·Kosten für Airbus-
Militärjet ufern aus
A400M kostet 11,3 Mrd. Euro mehr als erwartet
Das letzte Wort im Mega-Deal um Tankflugzeuge für die US Air Force ist noch nicht gesprochen: "Es wird Konsequenzen geben", droht Frankreichs Europa-Minister Pierre Lellouche an, nachdem sich der europäische Rüstungskonzerns EADS aus dem 35-Milliarden-Auftrag zurückziehen musste. Wer immer noch glaubt, die Saga um den Auftrag sei nach fast einem Jahrzehnt entschieden, der könnte sich gewaltig täuschen.
"Diese Angelegenheit ist absolut nicht beendet", sagte Lellouche und sprach von einem Affront gegen Frankreich und ganz Europa. EADS hatte angekündigt, nach dem Rückzug seines US-Partners Northrop Grumman ebenfalls aus dem Rennen um den Auftrag für 179 Flugzeuge auszusteigen, obwohl das europäische Modell nach Expertenmeinung dem des US-Konkurrenten überlegen ist. EADS und Northrop begründeten ihren Schritt damit, dass die Bedingungen der Ausschreibung den US-Rivalen Boeing begünstigten. Boeing verbleibt nun als einziger Bieter.
Die Europäer erwägen nun offenbar auch wieder den Gang nach Genf. Bei der Welthandelsorganisation WTO ist ohnehin ein Verfahren anhängig, bei dem es um angeblich unberechtigte Hilfen der USA für Boeing geht. Die USA hatten den Europäern zuvor ihrerseits vorgeworfen, die EADS-Tochter Airbus zu subventionieren.
EADS hält sich neue Bewerbung offen
EADS hält sich trotz des Rückzugs die Tür offen, doch noch den lukrativen US-Rüstungsmarkt mit europäischem Material zu beliefern. "Wir müssen abwarten, wie sich die Situation entwickelt und dann, wenn es so weit ist, entscheiden, ob wir uns für einen Folgeauftrag bewerben oder nicht", sagte EADS-Chef Louis Gallois einem Interview.
Auch Verteidigungsexperten sehen noch eine Chance für das Konsortium, größere Tanker-Flugzeuge in der Zukunft an die USA zu verkaufen, wenn der Austausch der Boeing KC-10 ansteht. Beschwerde wollen EADS und Northrop Grumman diesmal nach eigenen Angaben nicht einlegen. Beide Kontrahenten waren allerdings bereits einmal erfolgreich damit: Zuerst setzten EADS und Northrop Grumman eine Neuauflage der Ausschreibung durch, dann Boeing. Das Vergabeverfahren läuft schon seit 2001. (apa/red)
