Dienstag, 9. März 2010

600 Telekom-Jobs, die niemand will: TA hat
Probleme mit unkündbaren Mitarbeitern

  • Keine Nachfrage für interne Stellenangebote
  • Zukunftsidee: Telefonzellen als Stromtankstellen

Die Telekom Austria kämpft mit einem Personalüberhang von beamteten, unkündbaren Mitarbeitern, hat aber gleichzeitig Probleme, Jobs nachzubesetzen. 887 Mitarbeiter sind derzeit freigestellt, drehen also bei fast vollen Bezügen Daumen. Gleichzeitig werden hausintern 600 Jobs angeboten, aber dafür "meldet sich niemand", so TA-Chef Ametsreiter. Auch der Wechsel zur Polizei ist nicht sehr beliebt.

50 Prozent der Kosten entfallen auf das Personal, jährlich steigen die Ausgaben dafür um 20 bis 30 Mio. Euro, rechnete Ametsreiter vor. Von 2008 auf 2009 wurden 381 Mitarbeiter abgebaut, zu Jahresende 2009 zählte die Telekom mit ihrer Mobilfunktochter Mobilkom und deren Auslandsniederlassungen in Südosteuropa 16.573 Beschäftigte.

Der Fokus heuer liege bei zwei Punkten: Marktanteile steigern und Kosten senken, betonte Ametsreiter. Für Sorgenfalten gebe es aber keinen Grund, es gebe "keinerlei Liquiditätsprobleme". Dementsprechend könne es sich die teilstaatliche börsenotierte Telekom auch leisten, eine attraktive Dividende von 75 Cent je Aktie zahlen.

Ein Zukunftsmarkt sei die Abrechnung von intelligente Stromnetzen, sogenannten Smart Grids. So prüft die Telekom gerade, Telefonzellen in Stromtankstellen für E-Autos umzuwandeln. Die Telekom hat noch rund 14.000 Telefonzellen in Betrieb. Ein weiterer künftiger Markt sei die Steuerung des eigenen Haushalts. Ametsreiter steuert mit seinem Handtelefon die Heizung zu Hause. (apa/red)

9.3.2010 14:50