Dienstag, 9. März 2010

Merkel und Sarkozy gegen Spekulanten:
Finanzmärkte sollen eingedämmt werden

  • Berlin und Paris gemeinsam für mehr Regulierung
  • Griechenland-Krise: Papandreou besucht Obama

Deutschland will zusammen mit Frankreich und anderen EU-Staaten gegen bestimmte Arten von Finanzspekulationen vorgehen. Eine gemeinsame Initiative solle der Europäischen Kommission präsentiert werden, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin.

Im Blick hat die deutsche Regierung dabei demnach sogenannte Credit Default Swaps (CDS). Das sind Versicherungen auf Kredite, mit denen sich die Kreditgeber gegen einen möglichen Zahlungsausfall absichern. CDS werden in einem großen Markt aber auch losgelöst von den dahinter stehenden Krediten gehandelt.

CDS gerieten bereits zu Beginn der weltweiten Finanzkrise in die Kritik, da die Papiere nach dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes und den folgenden Zahlungsausfällen massiv an Wert verloren. Nun wurden CDS auch genutzt, um gegen Griechenland zu spekulieren und auf eine Pleite des Staates zu setzen. Diese "bloße Spekulation", gerade gegen Staaten, solle nun regulatorisch in den Griff bekommen werden, sagte Wilhelm. Den Handel mit CDS komplett zu verbieten, sei schwierig.

Papandreou bei Obama
In der Krise um die griechischen Staatsfinanzen stehen heute wieder Gespräche auf höchster politischer Ebene an. Der griechische Regierungschef Papandreou wird in Washington von US-Präsident Obama empfangen. In Luxemburg spricht Deutschlands Bundeskanzlerin Merkel mit Regierungschef Juncker, der auch Vorsitzender der Gruppe der 16 Staaten mit Euro-Währung ist. (apa/red)

9.3.2010 11:27