Mittwoch, 10. März 2010

Real steht mit dem Rücken zur Wand:
Aufholjagd nach 0:1-Rückstand gegen Lyon

  • Ronaldo und Raul sollen die nötigen Tore schießen
  • Beckham kehrt mit Milan ins Old Trafford zurück

Real Madrid hat in der Champions League schon fünf Mal mit Olympique Lyon die Fußball-Klingen gekreuzt, zu mehr als zwei Remis hat es dabei nicht gereicht. Nach dem 0:1 in Lyon muss heute im Achtelfinal-Rückspiel (20.45 Uhr) unbedingt der erste Sieg her, um nicht zum sechsten Mal in Serie in dieser Phase des Bewerbs die Segel zu streichen. Das würde besonders wehtun, steigt das Finale am 22. Mai doch im eigenen Stadion.

"Für uns ist es eine zusätzliche Motivation, im Santiago Bernabeu die zehnte Trophäe für den Verein zu gewinnen, und keine Verpflichtung", sagte Reals Brasilianer Kaka und sein Club-Kollege Guti erklärte klipp und klar: "Es wäre ein Misserfolg, würden wir ausscheiden, zumal Lyon nicht zu den besten Vereinen in Europa zählt!" Ob er die Statistik kennt? Die "Königlichen" sind seit 2001/02 nach Niederlagen im Hinspiel noch nie aufgestiegen.

Real braucht mindestens zwei Tore
Die Spanier, die am Wochenende in der Primera Division die Tabellenführung übernahmen, benötigen für das Weiterkommen zumindest ein 2:0. Die größten Hoffnungen des Weißen Balletts ruhen auf Cristiano Ronaldo. Der Portugiese ist derzeit mit sechs Toren erfolgreichster Schütze der "Königsklasse". Auf seinen 67. CL-Treffer wartet Raul. Damit würde der Stürmer zum besten und alleinigen Europacup-Scorer avancieren.

Frankreichs Serienmeister sollte aber nicht unterschätzt werden, hat er doch bei seinen bisherigen zwei Auftritten im Bernabeu jeweils gescort und drei seiner jüngen vier CL-Partien in der Fremde gewonnen. Da alle Dinge zwei Seiten haben, sei auch erwähnt, dass OL in Spanien nur eines von sieben Matches gewonnen hat. "Real ist Favorit, aber wir glauben fest an unsere Chancen, wir haben vor den Real-Stars keine Angst", meinte Lyon-Kapitän Cris selbstbewusst.

Beckham zurück im Old Trafford
Mit einem Vorsprung aus dem Hinspiel (3:2) beginnt die Heimmannschaft in Old Trafford, wo im zweiten Mittwoch-Match Manchester United und der AC Milan aufeinandertreffen. Mit den "Rossoneri", die mit zwei Treffern Differenz gewinnen müssen, kehrt erstmals seit sieben Jahren der frühere United-Star David Beckham an seine einstige Wirkungsstätte zurück. "Wenn ich spiele, werde ich sicher nicht gehemmt, sondern begeistert sein", meinte der Engländer, der im Hinspiel in der Startelf gestanden war und vor seinem insgesamt 105. CL-Einsatz steht.

In der "Gazzetta dello Sport" tönte Milan-Eigner Silvio Berlusconi: "Milan fürchtet kein Team der Welt, auch nicht ManU." Um zu gewinnen, müsse seine Mannschaft eine großartige und teuflische Leistung bringen, meinte Italiens Premierminister, der glaubt, dass Ronaldinho mit seiner Magie den Unterschied ausmachen könne. "Er ist der Spieler mit der größten Klasse." Auf der Gegenseite ist Wayne Rooney nach Knieproblemen wieder fit.

Heimmacht Manchester
Trainer Leonardo sieht die Ausgangsposition der Gäste so: "Wir müssen unser eigenes Spiel aufziehen und versuchen, selbst die geringste Torchance zu nützen, ohne dabei übermotiviert zu agieren." Kollege Ferguson weiß: "Falls wir ein Tor schießen, sind wir so gut wie weiter." Und dafür sind die Engländer vor eigenem Publikum immer gut.

Die Statistik, die im Head-to-Head Milan knapp mit 5:4-Siegen voran sieht, spricht für die "Red Devils", die von ihren jüngsten 24 Heimspielen in der Champions League nur eines verloren. Seit dem 0:3 im Semifinale 2007 in San Siro ist ManU gegen Azzurri in sieben CL-Spielen ungeschlagen. Die Mailänder haben von ihren jüngsten 13 Auftritten auf der Insel nur einen Sieg heimgebracht. Der gelang mit 1:0 am 23. Februar 2005 in Old Trafford im Achtelfinale. Das wäre diesmal allerdings zu wenig.

(apa/red)

10.3.2010 07:26