Sonntag, 14. März 2010

Erstes Rennen in der Ära "Schumacher II":
Vettel startet Grand Prix aus Pole Position

  • Gewinnt Qualifying vor den beiden Ferrari-Piloten
  • Schumacher startet Comeback vom siebenten Rang

Mit dem Grand Prix von Bahrain beginnt heute (13.00 Uhr MEZ) die Ära "Schumacher II". Der Rekordweltmeister nimmt seinen ersten Grand Prix seit mehr als drei Jahren vom siebenten Startplatz aus in Angriff. Aus der Pole Position startet Red-Bull-Jungstar Sebastian Vettel, der damit seine Anwartschaft auf seinen ersten WM-Titel unterstrichen hat. Der 22-jährige Deutsche verwies die beiden Ferrari-Piloten Felipe Massa und Fernando Alonso auf die Startplätze zwei und drei.

Der 41-jährige Rückkehrer musste sich im ersten Qualifying seinem fünftplatzierten Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg geschlagen geben. Auf Landsmann Vettel fehlten Schumacher ganze 1,4 Sekunden. "Wir haben noch einiges am Auto zu arbeiten, um nach vorne zu kommen", gestand der Siebenfach-Weltmeister.

Der Rekordchampion nahm Platz sieben relativ entspannt zur Kenntnis. "Eine besondere Nummer, die zu mir passt. Ich hoffe, dass ich sie im Laufe der Saison hinunter arbeiten werde", sagte Schumacher. Niki Lauda schätzte die Leistung des Rückkehrers, knapp drei Zehntel hinter Rosberg, hoch ein. "Er hat das gemacht, was er machen muss", meinte der dreifache Weltmeister. "Es dauert ein paar Rennen, dann kann er wieder ganz vorne sein."

Vettel: "Pole kam überraschend"
Für Vettel kam die sechste Pole seiner Karriere etwas überraschend, war der Freitag doch gar nicht nach Wunsch verlaufen. "Unsere Leute haben nicht viel Schlaf bekommen", sagte der Vizeweltmeister. Zwar habe er gewusst, dass der RB6 ein schnelles Auto sei. Was im Rennen passiert, sei aber sehr schwer abzuschätzen. "Es könnte sehr aufregend werden, aber auch langweilig - das hoffe ich als Führender natürlich", meinte Vettel mit einem Lächeln.

Erstmals sind im Rennen Tankstopps verboten, zudem müssen die Top Ten das Rennen auf den Qualifying-Reifen in Angriff nehmen. "Es wird kein Sprint, sondern ein Ausdauerrennen", prophezeite Vettel. Ein gutes Omen: Vier der bisherigen fünf Rennen von Startplatz eins hat der Red-Bull-Pilot gewonnen. Teamkollege Mark Webber fuhr mit einer Sekunde Rückstand auf Rang sechs.

Respekt für Massa
Großen Respekt zollte Vettel Massa, der mehr als sieben Monate nach seinem schweren Unfall in Ungarn ein glänzendes Comeback gab und sogar Neuzugang Alonso in Schach hielt. "Ich bin froh, nach dieser schweren Zeit wieder hier zu sein. Es ist viel aufregender im Auto als vor dem Fernseher", versicherte der Brasilianer. Der leicht favorisierte Alonso war vom Ferrari angetan. "Es ist aber sehr schwierig, hier eine ganze Runde ohne Fehler zu fahren", verwies der Spanier auf die verlängerte Strecke.

Bei 34 Grad im Schatten hatten einige Piloten in der Wüste von Bahrain zu kämpfen. Die McLarens der beiden vergangenen Weltmeister Lewis Hamilton und Jenson Button kamen nicht über die Plätze vier und acht hinaus. Die Diskussionen um deren innovative Aerodynamik, die einige Konkurrenten für illegal halten, dürften damit abflauen. Selbst Schumachers Comeback geriet nach der Glanzleistung von Vettel einige Minuten aus dem Rampenlicht.

Neue Teams chancenlos
Die neuen Teams verloren erwartungsgemäß allesamt über fünf Sekunden. Bester war etwas überraschend der deutsche Virgin-Pilot Timo Glock, der die Lotus von Jarno Trulli und Heikki Kovalainen auf die Plätze 20 und 21 verwies. Weltmeister-Neffe Bruno Senna verlor im Hispania knapp neun Sekunden, sein Teamkollege Karun Chandhok als Letzter sogar mehr als zehn. Der Inder war seinen neuen Boliden im Qualifying zum ersten Mal überhaupt gefahren.

(apa/red)

14.3.2010 12:50
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