Montag, 8. März 2010

Erdbeben der Stärke 6,0 erschüttert Türkei:
Fast 60 Tote in der östlichen Provinz Elazig

  • Region von 30 kleineren Nachbeben heimgesucht
  • Menschen flüchten in Panik aus ihren Häusern

Bei einem schweren Erdbeben im Osten der Türkei sind dutzende Menschen ums Leben gekommen. Nach Behördenangaben wurden mindestens 57 Menschen getötet, etwa 100 verletzt. Das Beben der Stärke 6,0 erschütterte die Provinz Elazig, wie die Bebenwarte Kandilli in Istanbul mitteilte. In mehreren Dörfern stürzten Häuser und Minarette ein.

Am schwersten betroffen war das Dorf Okcular, wo die zum Teil aus Lehm errichteten Häuser regelrecht zu Staub zerfielen. Allein dort gab es mindestens 17 Todesopfer. "Das Dorf ist vollkommen zerstört", sagte Gemeindevorsteher Hasan Demirdag dem Fernsehsender NTV. Ähnliche Berichte gab es auch aus dem Dorf Yukari Kanatli: "Hier ist nicht ein Stein auf dem anderen geblieben", sagte Gemeindevorsteher Yadin Apaydin. Die Hilfsorganisation Roter Halbmond schaffte Zelte in die Region, um Notlager für die Überlebenden zu errichten. Rettungskräfte suchten unter den Trümmern nach Vermissten.

Über 30 kleinere Nachbeben
Das frühmorgendliche Beben war auch in den benachbarten Provinzen Tunceli, Bingöl und Diyarbakir so heftig zu spüren, dass die Menschen in Panik auf die Straße rannten und den Rest der Nacht im Freien verbrachten. Innerhalb weniger Stunden erschütterten mehr als 30 Nachbeben die Region.

Der Osten der Türkei wurde zuletzt 2003 von einem schweren Erdbeben erschüttert. Damals wurde ein Schulwohnheim in der Provinz Bingöl zerstört, 83 Kinder wurden bei dem Unglück getötet. 1999 hatten zwei schwere Erdbeben im Nordwesten der Türkei rund 18.000 Menschen das Leben gekostet. (apa/red)

8.3.2010 20:55