'Soll sich um die warmen Brüder kümmern':
FPÖ-Mandatar attackiert Kardinal Schönborn
- Offener Brief von Tiroler Freiheitlichem Königshofer
- Schönborn kritisierte zuvor Barbara Rosenkranz
·Der Herr Dichand
erhält wieder Post
Rosenkranz schreibt dem
"geehrten Chefredakteur"
·Schadet Rosenkranz'
Kandidatur dem Land?
Video: Muzicant, Vilimsky & Gächter in Talk of Town
·"Besser um warme Brüder kümmern"
Kardinal Schönborn von der FPÖ deftig attackiert
·Eine Unterschrift
& alles ist vergessen
VIDEO: Der große Auftritt
der Barbara Rosenkranz
·Wahlbeobachter feiern hier Premiere
OSZE: Beobachtermission
bei der Präsidentenwahl

Mit einem Offenen Brief hat der FPÖ-Abgeordnete Werner Königshofer auf Kritik von Kardinal Christoph Schönborn an der blauen Bundespräsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz reagiert. Die Wortwahl in dem Schreiben ist ausgesprochen deftig. Er schreibt von "warmen Brüdern", "Klosterschwuchteln" und "Kinderschändern" in der Kirche, um die sich Schönborn besser kümmern solle.
"Als Katholik halte ich Ihre Einmischung in den angehenden Bundespräsidentenwahlkampf nicht nur für unzulässig sondern auch für peinlich und beschämend", heißt es in dem Brief. Weiters schreibt Königshofer: "Gerade jetzt, wo unzählige Mißbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche an das Tageslicht kommen, sollten Sie sich besser um ihre 'warmen Brüder', Klosterschwuchteln und Kinderschänder kümmern, statt eine zehnfache Mutter verbal anzugreifen, die ihre Kinder behütet, beschützt und zu anständigen Menschen erzogen hat."
Bundeskanzler Werner Faymann zeigt sich über die Wortwahl des FPÖ-Abgeordneten "entsetzt". "Es ist beschämend", erklärte Faymann in einer Aussendung. Kritisch äußerte sich auch der Tiroler Parteiobmann der Freiheitlichen.
"Es ist beschämend, dass sich ein Mitglied einer demokratisch gewählten Partei und Abgeordneter des Nationalrats in einer derartig menschenverachtenden Diktion öffentlich äußert", so der Kanzler. Derartige Beschimpfungen seien nicht im Sinne eines modernen, sozialen Österreichs. Sie würden ein weiteres Mal zeigen, welche politische Gesinnung die Freiheitlichen Funktionäre hätten.
"Nice to see you in Vienna"
Königshofer verteidigt gegenüber der APA die Ausdrucksweise: "Sonst schreibts ja nichts darüber. Man meint es nicht so deftig, aber er soll sich ein bissl zurückhalten und über Dinge in seinem Bereich nachdenken und sich nicht dort einmischen." Schließlich gebe es eine Trennung zwischen Kirche und Staat, so Königshofer. Laut FPÖ-Generalsekretär Kickl hat sich Königshofer "zweifellos völlig im Ton vergriffen". Die Kritik des Tiroler Mandatars sei angesichts der "Vielzahl" von Missbrauchsfällen aber "sicherlich verständlich", so Kickl.
Der Tiroler Abgeordnete verwies im Brief auch auf den amtierenden Bundespräsidenten Fischer. Dieser habe im Oktober 2004 das Gefangenenhaus in Wien Josefstadt besucht und dabei die "afrikanischen Drogenhändler" mit Handschlag und den Worten "Nice to see you here in Vienna" begrüßt. "Dazu hat man bezeichnenderweise keinen Kommentar von Ihnen gehört, obwohl es um unsere Kinder geht, die von solchen Verbrechern vergiftet werden."
Kardinal Schönborn hatte sich zuvor von Rosenkranz distanziert. "Wenn sich jemand für ein hohes Amt in diesem Land bewirbt und in der Frage des NS-Verbotsgesetzes oder in der Frage der Shoah einen Spielraum offen lässt, dann ist so jemand für mich persönlich nicht wählbar."
(apa/red)
Causa Buwog17:04
KHG-Anwalt verurteiltAnklage wegen Urkundenunterdrückung - Kanzlei weist die Vorwürfe zurück
US-Präsidentschaftswahlen15:05
Romneys Klotz am BeinDer milliardenschwere Investor macht dem Obama-Rivalen das Leben schwer
Altkanzler in Ungarn13:52
Schüssel lobt OrbanEx-Kanzler bei Konferenz in Budapest: "Regierung verdient Achtung für ihre Arbeit"
