Samstag, 13. März 2010

200.000 gehen in Rom auf die Barrikaden: Anti-Berlusconi-Front protestiert lautstark

  • Massen-Demonstration gegen Dekret zu Wahlliste
  • Regierungsschef: "Elemente der schlimmsten Linken"

Rund 200.000 Menschen haben sich laut den Organisatoren am Samstagnachmittag in Rom an der Protestkundgebung gegen den italienischen Regierungschef Berlusconi beteiligt. Die Demonstration richtet sich gegen ein Dekret, mit dem seine von den Regionalwahlen am 28. und 29. März ausgeschlossene Wahlliste wieder zugelassen werden soll.

"Hier ist das Italien versammelt, das eine Alternative zu dieser Regierung verlangt", betonte Oppositionschef Pierluigi Bersani in seiner Ansprache auf der zentralen Piazza del Popolo im Herzen der Ewigen Stadt. "Die Regierung zeigt der ganzen Welt, dass sie nur Berlusconis Interessen vertritt. Die TV-Kanäle sind von der Regierung beeinflusst, die eine einzige Aufgabe hat: Sie beschäftigt sich mit den Gesetzen für Berlusconi und seine Vertrauensleute", sagte Bersani.

"Vor dem Gesetz sind alle gleich", lautete ein Slogan auf der Piazza del Popolo. Zwei Wochen vor den wichtigen Regionalwahlen zeigte sich die Anti-Berlusconi-Front bei der Demonstration geeinter als sonst.

Berlusconi kritisierte die Kundgebung in Rom. "Demonstrationen sind Ausdruck der Demokratie, doch die Kundgebung in Rom ist eine extravagante und widersprüchliche Mischung aus Elementen der schlimmsten Linken", protestierte Berlusconi. Der Premierminister will zur Gegenwehr greifen. Seine Anhänger planen am kommenden Samstag (20. März) eine Großdemonstration in Rom.

13.3.2010 19:51