Gaddafis Privatkrieg gegen die Schweiz:
Angestellte von Schweizer Firmen verhaftet
- Dutzende Mitarbeiter vorübergehend im Gefängnis
- Gaddafi seit Festnahme seines Sohnes schwer erzürnt

Libyen hat weit mehr Beschäftigte schweizerischer Unternehmen festgehalten als bisher bekannt war. Wie der Schweizer "Tages-Anzeiger" unter Berufung auf Télévision Suisse Romande berichtete, seien neben den bekannten Fällen Max Göldi und Rachid Hamdani, der vor kurzem freigelassen wurde, seit Juli 2008 mindestens 50 Mitarbeiter Schweizer Firmen entweder vorübergehend festgenommen, zum Teil aber auch länger inhaftiert worden. So habe ein bulgarischer Ingenieur drei Monate in einem Gefängnis in der Hauptstadt Tripolis verbringen müssen. Inzwischen seien alle Festgehaltenen bis auf Göldi wieder in Freiheit.
Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) liegen Hinweise auf solche Fälle vor, wie Sprecher Daniel Graf gegenüber dem "Tages-Anzeiger" sagte. Beim Gros der Angestellten handelt es sich laut dem Westschweizer Fernsehen um Indonesier, Filippinos und Europäer, die zum Teil schon lange in Libyen lebten.
Die Beziehungen zwischen Tripolis und Bern sind seit der vorübergehenden Festnahme Sohnes von Machthaber Muammar al-Gaddafi, Hannibal al-Gaddafi, 2008 in Genf zerrüttet: Sie befinden sich in einer Art diplomatischem Kriegszustand. Hannibal und seiner Ehefrau war die Misshandlung ihrer Bediensteten vorgeworfen worden. Der Schweizer Geschäftsmann Max Göldi sitzt nach Ansicht von Menschenrechtsorganisationen sozusagen als Geisel in einem Gefängnis in Tripolis.
(apa/red)
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