Plant George Bush etwa seine Rückkehr?
Plakat mit Ex-Präsidenten sorgt für Rätsel
- Mysteriöse Botschaft: "Vermissen Sie mich schon?"
- Eine Drohung, ein Späßchen oder doch purer Ernst?
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Ein Plakat mit der Aufschrift "Miss me yet?" ("Vermissen Sie mich schon?") neben einem Foto des Ex-US-Präsidenten George W. Bush sorgt derzeit für einige Rätsel. Ganz einsam steht die Reklamewand neben einer Autobahn bei Wyoming im US-Bundesstaat Minnesota und wirft nicht nur bei den Autofahrern auf der Interstate 35 Fragen auf.
In den USA wird ob des seltsamen Plakats jedenfalls wild spekuliert: Handelt es sich um eine Drohung? Hat sich da jemand einen Spaß erlaubt? Oder ist es gar ein Zeichen für ein Comeback des im Vorjahr aus dem Amt geschiedenen Bush? Und vor allem: Wer steckt dahinter? Mittlerweile ist zwar bekannt, dass eine Gruppe von anonymen Unternehmern das Plakat in Auftrag gegeben hat. Einige davon sollen sogar Anhänger des derzeitigen Präsidenten Barack Obama sein. Die diesbezügliche Meldung der verantwortlichen Werbeagentur Schubert & Hoey Outdoor Advertising aus Minneapolis hat den Spekulationen aber kein Ende bereitet - im Gegenteil.
Bush-Comeback in neuer Rolle?
Als einer der möglichen Auftraggeber kommt etwa das Tea-Party-Movement - eine Initiative aus Radikalkonservativen, die lautstark eine Neuausrichtung der Republikanischen Partei fordern - in Frage. Die Bewegung übt schon seit langem vehemente Kritik an Obama und könnte mit dem Plakat vielleicht angedeutet haben, dass es unter dem neuen Präsidenten eher schlechter als besser geworden sei.
Der Jus-Professor Stanley Fish hingegen vermutet in einem Beitrag für die New York Times, dass George W. Bush nach einem Jahr Auszeit womöglich eine Rückkehr in das öffentliche Leben vorbereite. Als Indiz dafür wertet Fish neben dem Plakat in Wyoming, dass das US-Nachrichtenmagazin "Newsweek" Bush zuletzt eine ausführliche Titelgeschichte gewidmet hat, in der Bushs politisches Vermächtnis, besonders die Demokratisierung des Irak, unter einem positiveren Licht beleuchtet wurde. Außerdem sei Bushs Engagement für Haiti, zusammen übrigens mit dem demokratischen Altpräsidenten Bill Clinton, ein erster Hinweis darauf, dass Bush bald in die Rolle eines öffentlich geachteten "Elder Statesmen" schlüpfen könnte, so die sinngemäße These von Fish.
Wer das Billboard in Auftrag gegeben und zu welchem Zweck er das getan hat, darüber werden sich Blogger, Autofahrer an der I-35 und Journalisten wohl noch länger Gedanken machen. Ob es sich um eine sarkastische Anspielung auf die ins Stottern geratene Reformmaschine Barack Obamas, ein Vorzeichen auf ein Comeback oder doch nur um eine schlichte Anregung zur Nostalgie handelt, ist aber letztlich egal. Denn eines steht fest: George W. Bush ist wieder in aller Munde.
(jt)
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