Jahrestag des Volksaufstandes: Dalai Lama wirft China Vernichtung des Buddhismus vor
- Tausende Tibeter bei Rede des Exil-Oberhauptes
- China reagiert mit Festnahmen von 442 Menschen
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Fordert von Hu Jintao Menschenrechtsachtung

Der Dalai Lama hat den chinesischen kommunistischen Behörden die Absicht vorgeworfen, den Buddhismus in Tibet auszulöschen. Mönche und Nonnen würden unterdrückt, erklärte das tibetische Exil-Oberhaupt in seinem Exilort Dharamsala in Nordindien aus Anlass des 51. Jahrestags des niedergeschlagenen Volksaufstands gegen die chinesische Fremdherrschaft in Tibet.
Mönche und Nonnen müssten unter gefängnisähnlichen Bedingungen leben und könnten nicht in Frieden studieren und ihren Glauben leben, erklärte der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso. Diese Bedingungen führten dazu, dass die Klöster oft nur die Funktion von Museen hätten. So solle der Buddhismus in Tibet absichtlich zerstört werden. Zu der Rede des Friedensnobelpreisträgers kamen Tausende Tibeter in den Tempelkomplex von Dharamsala.
Warnung in Richtung Dalai Lama
Der tibetische KP-Chef Zhang Qingli warnte den Dalai Lama vor weiteren Versuchen, "Chaos" in Tibet zu erzeugen. Die "antichinesischen Kräfte und die Dalai-Clique" seien durch nichts von ihrem Vorhaben abzubringen, "die Stabilität und Harmonie in Tibet zu erschüttern", erklärte Zhang. Bei den schweren Unruhen im Jahr 2008 wurden in der tibetischen Hauptstadt Lhasa nach offiziellen chinesischen Angaben 22 Menschen getötet, nach tibetischen Schätzungen liegt die Zahl der Opfer deutlich höher. Mehr als 950 Menschen wurden danach festgenommen. Peking stockte die Sicherheitskräfte in Tibet massiv auf.
Den Dalai Lama beschuldigte die chinesische Führung, die Unruhen vom März 2008 angezettelt zu haben und einen "Geheimplan" zur Erlangung der Eigenstaatlichkeit zu verfolgen. Zhang hat für eine strikte Kontrolle der Klöster sowie des politischen und gesellschaftlichen Lebens in der nominell autonomen Region gesorgt. Der 59-jährige Han-Chinese ist ein enger Vertrauter von Staats- und Parteichef Hu Jintao, der selbst in den 1980er Jahren Parteichef in Tibet gewesen war.
442 Menschen festgenommen
Zum Jahrestag des Volksaufstands von 1959 sind die Sicherheitsvorkehrungen in Lhasa verschärft und nach offiziellen Angaben 442 Menschen festgenommen worden. In der tibetischen Hauptstadt patrouillieren zusätzliche Polizeikräfte, "um soziale Stabilität zu wahren und Verbrechen zu verhindern", sagte Vizepolizeichef Ma Jun.
Im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 in Peking hatte die chinesische Führung unter internationalem Druck der Aufnahme von Gesprächen mit der tibetischen Exilführung zugestimmt, die jedoch keine Ergebnisse brachten. Die 1965 errichtete Autonome Region Tibet ist wesentlich kleiner als das alte Tibet, das große Teile der heutigen chinesischen Provinz Qinghai und den Westen der Provinz Sichuan umfasste. Der schwer zugängliche buddhistische Klosterstaat war von 1720 bis 1912 chinesisches Protektorat und nach dem Ende des chinesischen Kaisertums faktisch selbstständig unter der Herrschaft des Dalai Lama. 1950/51 marschierten chinesische kommunistische Truppen in Tibet ein. 1959 schlugen sie einen Volksaufstand blutig nieder, der 14. Dalai Lama floh mit über 100.000 Landsleuten über die Grenze nach Indien.
(apa/red)
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