Lautstarker Protest gegen "Bologna"-Feier:
Studentendemo bringt Polizei ins Schwitzen
- Kritik an Vereinheitlichung der Bildungsabschlüsse
- Zehn-Jahres-Feier in Hofburg startet mit Verspätung
·Wenn Studenten auf die Barrikaden steigen
VIDEO: Die Protestdemo gegen den Bologna-Gipfel
·Demonstrations-
Motto:"Bologna Burns"
BILDER: Studentendemo
in der Wiener Innenstadt
·Bologna-Feier zieht in die Wiener Hofburg
Politiker loben sich bei Jubiläumskonferenz selbst
·Mitgestalten statt
zu demonstrieren
Karl: Bologna bietet Studenten viele Chancen

Die "Bologna"-Feier der europäischen Bildungsminister hat in Wien die erwarteten Störungen erfahren. Zwar kamen zur Gegenkundgebung der protestierenden Studenten Donnerstagabend weniger Teilnehmer als ursprünglich erwartet, jedoch erwiesen sich die Blockadeaktionen der Demonstranten als ziemlich effektiv. So konnte der Festakt in der Hofburg erst mit einer Stunde Verspätung begonnen werden.
Gefeiert wird Donnerstag und Freitag das zehnjährige Jubiläum des Bologna-Systems, das einen einheitlichen europäischen Studienraum mit vergleichbaren Bildungsabschlüssen zum Hauptziel hat. Eröffnet wurde die Konferenz am Donnerstagvormittag in Budapest, wo Kasachstan als 47. Mitgliedsland aufgenommen wurde.
Gegen Kritik wurde der "Bologna-Prozess" dabei von den Bildungsministern verteidigt. Österreichs Wissenschaftsministerin Karl betonte, dass Bologna zahlreiche Chancen für die Studierenden bringe. Die auch von ihr konzedierten Probleme sieht sie durch eine Übergangsphase bei der Implementierung des Systems begründet.
Bachelor-Grad interessiert Wirtschaft nicht
Kritikpunkt der Studenten ist unter anderem, dass der für Österreich noch relativ neue Grad "Bachelor" in der Realwirtschaft kaum Anerkennung findet und dass die alten Lehrpläne für das achtsemestrige Magisterstudium in das nur sechsmonatige Bachelor-Studium einfach übergewälzt worden seien.
Das Ziel der von 63 Organisationen unterstützten Kundgebung, eine Teilnahme von bis zu 15.000 Demonstranten zu erreichen, wurde verfehlt, dennoch verbreiteten die Studenten bei den Einsatzkräften einigen Schrecken. So mussten die Minister bei ihrer Fahrt von Ungarn nach Österreich aus dem extra für sie gecharterten historischen Speisewagen aus- und in Bruck/Leitha in Busse umsteigen, da man Störaktionen fürchtete.
(apa/red)
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