Donnerstag, 11. März 2010

Bologna-Feier zieht in die Wiener Hofburg: Jubiläumskonferenz als Ort des Selbstlobs

  • "Bologna-Prozess hat mehr Vorteile als Nachteile"
  • Zweitägige Konferenz der Minister aus 46 Ländern

Mit der Aufnahme von Kasachstan als 47. Mitgliedsland im Bologna-Prozess hat die zweitägige Jubiläums-Konferenz zum zehnjährigen Bestehen des neuen Bologna-Studiensystems in Budapest begonnen. Am Abend übersiedelt die Konferenz nach Wien.

Die Politiker lobten unterdessen in Budapest das Bologna-System. "Der gemeinsame europäische Hochschulraum ist jetzt Realität, die Chancen für junge Menschen stehen im Mittelpunkt der Bologna-Idee", betonte etwa Wissenschaftsministerin Karl. Sie sieht darin "einen Eckpfeiler der Zukunft Europas und damit auch unserer Länder".

Mehr Vorteile als Nachteile
"Der Bologna-Prozess hat bedeutend mehr Vorteile gebracht als Probleme verursacht", erklärte der ungarische Bildungsminister Hiller. Die positiven Auswirkungen würden in den kommenden Jahrzehnten spürbar werden. In Wien findet am Abend ein Fest in der Hofburg und am Freitag eine Arbeitssitzung statt.

Der Grundstein für den Bologna-Prozess wurde im Jahr 1999 gelegt, als die Bildungsminister von 29 europäischen Ländern die Bologna-Erklärung unterzeichneten, darunter auch Österreich. Die augenscheinlichste und fast alle Studenten betreffende Änderung betrifft die Studienstruktur und damit die Abschlüsse. Anstelle des zweigliedrigen Diplomstudiums (Abschlüsse im Regelfall Magister und Doktor) tritt in den meisten Fächern das dreigliedrige Bachelor/Master/PhD-System.

Die Studenten kritisieren, dass die Bologna-Reform zu einer Fixierung der Unis auf die Ziele der Wirtschaft und zu weniger Mitbestimmung der Studenten geführt habe. Am Mittwochabend besetzten Studierende einen Hörsaal im Neuen Institutsgebäude, räumten diesen am Donnerstag aber wieder. (apa/red)

11.3.2010 16:50