Dienstag, 9. März 2010

1,7 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen:
Regierung greift in die Steuerzahler-Taschen

  • Weitere 1,7 Milliarden Euro sollen eingespart werden
  • Auch Leistungskürzungen sind nicht ausgeschlossen
    Scharfe Kritik an angekündigten Steuererhöhungen

Die Österreicher werden angesichts explodierender Staatsschulden zur Kasse gebeten. Die Regierung will 1,7 Mrd. Euro nächstes Jahr zusätzlich einnehmen und weitere 1,7 Mrd. Euro einsparen. In der Debatte um konkrete Maßnahmen soll es keine Tabus geben, betonte Finanzminister Josef Pröll. Kürzungen sind u.a. bei Wirtschaft, Infrastruktur, Umwelt und Familien zu erwarten. Manche Minister wirkten vor der Regierungssitzung angeschlagen.

Der nun beschlossene Finanzrahmen legt fest, wie viel Geld die Regierung in den kommenden vier Jahren ausgeben darf. Darauf aufbauend finden dann die detaillierten Budgetverhandlungen für die einzelnen Ressorts statt. Bis Herbst will die Regierung schon konkrete Vorschläge ausarbeiten. Die Ausgangsposition sieht jedenfalls in zahlreichen Bereichen Einsparungen vor. Pröll wollte hierbei auch nichts ausschließen. Man werde auch über Leistungskürzungen diskutieren, so der Finanzminister. Auf Details wollte er sich freilich nicht einlassen, auch nicht bei den Steuern. Wirklich einig sind sich SPÖ und ÖVP bisher nur über die Bankenabgabe von rund 500 Mio. Euro. Woher die restlichen 1,2 Mrd. Euro kommen sollen, wird in den kommenden Monaten diskutiert.

Die SPÖ hat schon mehrere Vorschläge gemacht, etwa eine Vermögenszuwachssteuer, eine neue Börsenumsatzsteuer oder eine höhere Stiftungsbesteuerung. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer schließt sie aus. Die ÖVP ist mit konkreten Plänen noch sehr zurückhaltend. Einzig Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner stellte neuerlich eine höhere Mineralölsteuer in den Raum, allerdings unter dem Schlagwort "Öko-Innovation". Sozialminister Rudolf Hundstorfer ließ sich viel Spielraum, er will schauen, "was die Kreativität hergibt".

"Maßnahmen der Sonderklasse"
Kanzler Werner Faymann und Pröll sprachen von einer gerechten Lastenaufteilung. In die Pflicht genommen werden sollen auch Länder und Gemeinden. Faymann ortet hier Sparpotenziale vor allem bei Förderungen, Spitälern und Bildung. Pröll betonte mehrfach, dass die vereinbarten Sparziele für jedes einzelne Ministerium außer Streit stehen und auch rechtlich bindend seien. Er sprach von einmaligen "disziplinären Maßnahmen der Sonderklasse". Der Bewegungsspielraum sei gleich null, so Pröll.

Der Finanzminister gab als Motto der Konsolidierung "wirtschaftlich vernünftig und sozialverträglich" aus. Diesem Grundsatz folgend sei der 60/40-Plan ein gangbarer Weg. Die Pläne der Regierung sehen zusätzliche Steuereinnahmen von 1,7 Mrd. Euro vor, davon fließen 600 Mio. Euro an Länder und Gemeinden. Auf der Ausgabenseite sind ebenfalls Einsparungen von 1,7 Mrd. Euro vorgesehen. Das ergibt ein Verhältnis von 40 (Einnahmen) zu 60 (Ausgaben).

Einige Minister wirkten angesichts der harten Sparvorgaben ziemlich zerknirscht. So kündigte etwa Außenminister Michael Spindelegger Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit sowie Schließungen von Botschaften an. Er sprach sogar von einer "tragischen" Situation. Auch im Ressort von Umweltminister Niki Berlakovich "wird kein Stein auf dem anderen bleiben".

Kritik an Steuererhöhungen
Die angekündigten Steuererhöhungen stießen naturgemäß auf große Ablehnung. Der ÖVP-Wirtschaftsbund sieht durch neue Steuern das Wirtschaftswachstum gefährdet. Ablehnung kam auch von FPÖ, BZÖ und Industriellenvereinigung. Der ÖGB sieht in neuen Steuern den richtigen Ansatz - so lange sie nicht die Arbeitnehmer belasten. Die Grünen pochen auf Verwaltungsreformen.

(apa/red)

9.3.2010 20:30
War-Lord, 10. 03. '10 20:09
Sparen aber wie??!!
Mein Vorschlag...das 14. Gehalt/Pensionszahlung zu 100 % besteueren!!!! Und die Arbeitslose bzw. den Notstand auf 750,- kürzen!!! Weiters Studiengebühren wie früher auch 350,- pro Semester für die deutschen und andere ausländische Studierende die nach Österreich kommen, weil sie hier gratis studieren und einen Platz bekommen zusätzlich 150 pro Semester an Sonderspenden für die UNI!! Die Politiker um 15 % reduzieren, weil bei 5 Mille Beschäftigung haben wir auch nicht mehr Politiker gehabt wie jetzt bei 4 Mille Beschäftigung!! Manager-Abfertigungen zu 80% versteueren, wenn das Unternehmen de facto pleite ist!! Sonst nur zu 40% besteuern. ....Und dann den Banken die die Krise verursacht haben das Geld wieder in den A. schieben damit sie es wieder verspekulieren und Abfertigungen zahlen könne
brabus, 09. 03. '10 19:05
Steuern
Vorschlag an den Finanzminister: Offenlegung (in den Medien) aller Arten von Zahlungen des Staates an wen auch immer (Kategorien) und die zugehörigen Summen. Danach Erstellung einer Rangliste mit einer entsprechenden prozentuellen Kürzung für jede Kategorie. Ich bin sicher man findet unnötige Geldausgaben, die einen grossen Anteil der jetzt fehlenden Beträge abdecken, da verwette ich das Gehalt des Finanzministers drauf.
War-Lord, 09. 03. '10 17:51
So sieht die Situation in Österreich momentan aus
In Österreich leben 8,5 Millionen Leute...davon arbeiten 4 Millionen, 400.000 sind ohne Job und die restlichen 4,1 Millionen sind entweder Pensionisten oder Schulkinder... also wie bitte soll das künftig funktionieren??? 4 Millionen Aktive müssen 4,5 Millionen andere erhalten... (Pension, Arbeitslose, Familienbeihilfe...) Und wenn diese 4,5 Mille die nicht arbeiten kein Geld bekommen um es auszugeben, sind die 4 Mille die arbeiten auch bald unnötige, weil wenn niemand was kaufen kann, machen die Unternehmen keinen Umsatz und brauchen dann auch keine Mitarbeiter... Und die FPÖ gibt 1,5 Mille Steuergeld für einen Präsidentenwahlkampf aus und die SPÖ sogar 3 Millionen...
MyHomebound, 09. 03. '10 17:45
1,7 Mrd.....woher nehmen
..nur die dümmste Kuh, wählt ihren Schlachter selbst !!!
Solange einige Wirtschaftsunternehmen, allen voran Banken sich auf Steuerkosten sanieren lassen und nebenbei horrende Abfertigungen und Boni zahlen können, wäre es dem Steuerzahler gegenüber nur FAIR (falls man in der Wirtschaft und Politik noch weiß, was dieses Wort bedeutet !!) dieses Geld in die Budgetsanierung zu stecken. Auch die Rentner, welche ihr Leben lang gearbeitet und EINGEZAHLT, wie ich, haben) kann man nicht immer nur drücken, während die "EU-Elite und die andren Priveligierten" sich die Taschen alle Jahre VOLLSTOPFEN
War-Lord, 09. 03. '10 17:44
Einsparen aber wie...
Liebe Leute was wollt ihr eigentlich... wollt ihr so enden wie die Griechen?? Die totale Staatspleite?? Lieber auf das 14. Gehalt verzichten, das Pensionsalter um mindestens 2 Jahre anheben (was ohnedies längst überfällig ist!!), den Privilegienabbau zb bei der ÖBB, Studiengebühren wie vor einigen Jahren auch bzw. ein Abkommen demnach deutsche Studenten die unsere Hörsäle überfüllen, weil sie in Deutschland keinen Platz an der Uni bekommen extra ein Körbergeld zahlen wenn sie hier in Wien aufgenommen werden! Wem die Weiterbildung an der Uni keine 700 Euro pro Jahr wert ist, der muss ja nicht studieren...Ansparung der Politiker, weil für ein 8,5 Mille Land sind da mindesten 30% zu viele Politiker tätig!!
hary1965, 09. 03. '10 17:35
Keiner hat etwas zu lachen bei dieser Regierung
Keine Verwaltungs-Bildungs und Gesundheitsreform, daher auch keine Änderung bei Ausgaben bei Staatsdienern, Lehrer arbeiten weiter nur halbtags, ÖÖB Pensionsiten bekommen weiterhin 2,1 Mrd Euro Zuschuß, und die Pension bei 52 bleibt noch lange erhalten. Also keine Änderung bei Ausgaben beim Klientel von SPÖVP, hier wird weiterhin großzügig mit Geld der Steuernzahler bezahlt. Dafür gibts nun neue Steuern, und die werden kräftig ausfallen, neue Steuern für die Wahlgeschenke von SPÖVP, die nicht müde waren vor Wahlen zu betonen KEINE NEUEN STEUERN, gespart wird bei Ausgaben durch die Verwaltungsreform, wo ist nun diese Verwaltungsreform? und was kann diese Regirung mehr als wieder neue Steuern zu erfinden? Nichts, denn dieses Rezept ist das einzige dass diese beiden Superpolitiker schaffen
sidestep, 09. 03. '10 17:59
Re: Keiner hat etwas zu lachen bei dieser Regierung
Du hast das um 17.35 Uhr geschrieben. Genau um 17.30 hat man in den Schlagzeilen für die ZIB in Ö3 gesagt, dass der Finanzminister zum Erstenmale zugegeben hat, dass es auch Massensteuern geben wird. Damit haben wir "Weitblick" bewiesen.
mr.sauer, 09. 03. '10 21:51
Re: Keiner hat etwas zu lachen bei dieser Regierung
Wäre doch interessant welchem "Klientel" sie angehören, das keine Privililegien besitzt, und der einzig arme Steuerzahler Österreichs ist, bei dem absolut keine Sparmaßnahmen möglich erscheinen. Motto: Überall muss gespart werden, ABER NUR NICHT bei mir.
mr.sauer, 09. 03. '10 21:52
Re: Keiner hat etwas zu lachen bei dieser Regierung
Gemeint ist das Posting von Hary 1965
sidestep, 09. 03. '10 08:44
Nicht voreilig lachen Leute!!!!
Bitte nicht voreilig lachen, Leute, wenn jetzt die sogenannten Einsparungsmaßnahmen nur die Staatsdiener betreffen. Warum glaubt Ihr wird

1.) Ein Finanzplan bis 2014 beschlossen?

Deshalb, weil man bis dahin viele Grauslichkeiten hineinpacken wird und ab 2014 (sind die nächsten Wahlen) wieder mit dem eingesparten Geld Wahlzuckerln verteilt werden können.

2) Warum wird dieses Finanzpaket das für das Volk meine ich) erst im Herbst beschlossen?

Ist doch klar oder? Im Herbst sind alle Landtagswahlen vorbei und dann kommt die sogenannte "Holzhammmermethode" (der Schlag mit dem Holzhammer auf den Kopf) für den gewöhnlichen Bürger sprich Erhöhung der Mehrwertsteuer, der Mineralölsteuer, der Grundsteuer usw. und sofort.

Daher sage ich es nochmals: Nicht voreilig lachen Leute!!!
günza, 09. 03. '10 14:59
Re: Nicht voreilig lachen Leute!!!!
Ich glaube nicht, dass da auch nur einer lachen wird. Ich habe dem Pröll auf der Gewinnmesse reden hören. Da hat er ganz klar gesagt, dass es das einfachste wäre für einen Finanzminister den negativen Staatshaushalt mit Steuererhöhungen auszugleichen. Da müsste er nur kurz in das Büro fahren und in einer Stunde wäre das erledigt. Aber, da würde ihm ja keiner mehr wählen, also wird er das ja nicht machen. Da die Menschen aber so schnell vergessen und die nächsten Wahlen noch weit sind, hast du sicherlich recht mit dem Wahlzuckerl.