Studenten rufen zu Protest und Streik auf:
Gegenwehrmaßnahme für EU-Bologna-Gipfel
- Aufruf zu europaweiten Streiks an den Hochschulen
- EU-Wissenschaftsminister feiern Bologna-Jubiläum

·Studenten rufen zu Protest und Streik auf
Bologna-Gipfel der EU
ruft Gegenwehr hervor
·Geistige Reife statt niveauloser Pranger
KOMMENTAR: 'Uni brennt'
feiert Wiederauferstehung
Studentenprotestbewegungen aus Österreich und Frankreich haben in einem Rundschreiben zu europaweiten Streiks an den Hochschulen aufgerufen. Diese sollen gleichzeitig mit den Feierlichkeiten zu zehn Jahren Bologna-Prozess, die am 11. und 12. März in Budapest und Wien stattfinden, abgehalten werden. Die Studenten haben außerdem eine Gegenveranstaltung zum EU-Gipfel am 25. und 26. März in Brüssel angekündigt, bei dem das Vorankommen der Lissabon-Strategie bewertet werden soll.
Aus Sicht der österreichischen Aktivisten von "Bologna Burns", darunter vor allem ehemalige Hörsaalbesetzer, und des französischen "Netzwerks mobilisierter Studenten" (Reseau Europe) wurde der Bologna-Prozess, der eigentlich verstärkte Mobilität und bessere Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen bringen sollte, von der EU für die Ziele der Lissabon-Strategie instrumentalisiert. Diese sieht vor, dass die EU bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt werden soll. Die Folgen sind laut den Studenten u.a. wirtschaftlicher Druck auf die Unis, Anpassung der Lehre an Interessen der Wirtschaft und soziale Selektion durch immer höhere Studiengebühren.
Auch in den zwei Wochen zwischen den beiden Gipfeln sollen europaweit Aktionen stattfinden. "Wir müssen öffentliche Foren einfordern, durch kämpferische Aktionen und Diskussionen in Hörsälen und in Kaffeehäusern, in der U-Bahn und auf der Straße, um klar zu machen, dass es ein anderes Europa gibt, dass sich diesen Veränderungen entgegenstellt und von anderen Werten motiviert ist", heißt es in dem Schreiben. (apa/red)
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