Mobilisierungsvideo zum Studentenprotest:
"Wiens Straßen mit Blockaden verstopfen"
- Lied mit Gitarren und Streichern: "Wien brennt"
- Bologna-Gipfel ab 11. März in der Bundeshauptstadt
·Studenten rufen zu Protest und Streik auf
Bologna-Gipfel der EU
ruft Gegenwehr hervor
·Geistige Reife statt niveauloser Pranger
KOMMENTAR: 'Uni brennt'
feiert Wiederauferstehung

Mit einem eigenen Mobilisierungsvideo samt Lied mit Gitarre und Streichern will die Studentenprotestbewegung ihre Anhänger zur Teilnahme an den Aktionen rund um die Bologna-Feier in der Wiener Hofburg am 11. und 12. März bewegen. Damit "Wien brennt", wie es im Refrain heißt, sollen u.a. am Abend des 11. März "Wiens Straßen mit massenhaften Sitzblockaden deeskalativ verstopft" werden. In der Hofburg heißt es laut Lied währenddessen: "Alles Walzer - Der Kongress tanzt".
Mit dieser Zeile spielen die Studenten auf ein Zitat zum Wiener Kongress an ("Der Kongress tanzt, aber er kommt nicht voran"), bei dem Europas Monarchen und Staatschefs nach den Napoleonischen Kriegen neun Monate brauchten, um die Grenzen der europäischen Staaten neu zu ziehen.
Die Studenten werfen den angekündigten Politikern aus den 46 Bologna-Teilnehmerländern vor, sie würden "ihre katastrophale Hochschulreform" feiern und sprechen von "menschenverachtender und ignoranter" Politik. Auf die Studentenproteste in den vergangenen Monaten habe die Politik nicht reagiert. "Und es ist wie es ist und es bleibt wie es war, na dann ist ja alles nochmal wunderbar", heißt es im Liedtext.
Zurück zu Besetzungen
Die Protestorganisatoren kündigen deshalb im Text des Videos an, dass die Feier von "massiven Protesten durch Aktivist_innen aus ganz Europa begleitet" werden wird. In einer englischsprachigen "Sammlung geschriebener Aufstände aus Wien", die über das "International Students Movement" verbreitet wurde, rufen die Studenten außerdem zu Mini-Besetzungen auf. Besetzungen sollten sich nicht auf große Vorlesungssäle beschränken, die nur ideal wären, damit "Helden der Revolution allen sagen, wie es geht. Nehmt stattdessen kleine Räume und Orte, seid unvorhersehbar".
Bei der "Jubiläumskonferenz" am 11. und 12. März in Budapest und Wien wollen die Bildungs-und Wissenschaftsminister aus den 46 teilnehmenden Staaten den vorläufigen Abschluss des "Bologna-Prozesses" feiern. Mit diesem sollte bis 2010 ein einheitlicher europäischer Hochschulraum geschaffen werden. Herzstück des Prozesses ist die Vereinheitlichung der Studiensysteme mit den akademischen Abschlüssen Bachelor, Master und PhD.
(apa/red)
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