Frauenfeindlichster Spruch: "Wenn sie
etwas nicht weiß, soll sie den Mann fragen"
- Grüne mit ironischem Award zum Weltfrauentag
- Burgenländischer Landtagspräsident ausgezeichnet

Giftgrün, brennend und nicht unbedingt begehrt ist sie, die "Brennnessel", welche die Grünen für den frauenfeindlichsten Sager vergeben haben. "Ausgezeichnet" wurde der burgenländische Landtagspräsident Walter Prior. Die Grünen wollten mit dem Award einen ironischen Zugang zum Welt-Frauentag finden, machten dabei aber auch auf die dringendsten Forderungen wie Einkommensgerechtigkeit aufmerksam.
Prior sagte im Jänner des Vorjahres in einer TV-Gesellschaftsreportage, angesprochen auf die von den Grünen stets eingeforderte Frauenquote in der Politik: "Ich hab ihr das gesagt, es steht bereits in der Bibel geschrieben: Wenn sie etwas nicht weiß, soll sie nach Hause gehen und ihren Mann fragen." Der Landtagspräsident entschuldigte sich später in einer Landtagssitzung. Zweitplatzierter bei der "Brennnessel" wurde der frühere ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (Wäre ich ein Linker, würde die ganze Emanzentruppe vor mir flach liegen.") Der dritte Platz ging an einen niederösterreichischen SPÖ-Stadtrat.
Frauenfeindlich waren auch die rund 100 Sprüche, die im Rahmen der Aktion auf der Homepage der Grünen gepostet wurden. Rund 600 Personen haben sich laut Frauensprecherin Judith Schwentner am darauffolgenden Voting beteiligt. Vorgetragen vom Kabarettisten Werner Brix sorgten sie sogar noch für Lacher, aber auch Empörung unter den Gästen der Verleihung. Preisträger Prior selbst war bei der Veranstaltung nicht dabei, die Trophäe soll ihm aber von der Grünen-Klubobfrau im Burgenland, Grete Krojer, überreicht werden.
Dörflers Brennnesselsuppe
Namensgeber für den Award war eine Aussage des Kärntner Landeshauptmanns Gerhard Dörfler (FPK). Dieser meinte im März 2009: "Ich freue mich unglaublich, wenn mir meine Frau um zehn Uhr abends noch eine frische Brennnesselsuppe machen kann und sie nicht abgehetzt und müde ist." Zur Verkostung ebendieser luden die Grünen dann auch im Anschluss an die Preisverleihung.
Bundessprecherin Eva Glawischnig kritisierte zuvor, dass rund um den Frauentag die Situation zwar immer bejammert wird, sich aber dennoch nichts ändert. Eher das Gegenteil sei der Fall. So rutschte Österreich bei der Einkommensschere im weltweiten Vergleich vom 104. (2006) auf den 122. Platz. "Viele sind offenbar mit der Situation durchaus zufrieden. Anders ist es nicht erklärbar, dass sich nichts ändert." Die Grünen pochten etwa auf ein drittes Konjunkturpaket für Investitionen in jene Bereiche, in denen hauptsächlich Frauen tätig sind, wie im Sozialen oder in der Bildung. (apa/red)
