Urteil im Fall Krems zieht Kritik nach sich:
"Keine Sternstunde für Österreichs Justiz"
- FPÖ sieht "de-facto-Vorverurteilung" des Beamten
- 43-jähriger Polizist zu 8 Monaten bedingt verurteilt

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KOMMENTAR: Ein Urteil, das Erlösung bringt?
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Zum - nicht rechtskräftigen - Schuldspruch gegen den Polizisten, der im August 2009 in einem Kremser Supermarkt einen 14-jährigen Einbrecher erschossen hat, haben sich nun auch einige kritische Stimmen zu Wort gemeldet. Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Hermann Greylinger, verteidigt in einer Aussendung die Exekutive, die "nicht schießwütig oder auf der Jagd" sei: "Ich meine, dieses Urteil ist keine Sternstunde für die österreichische Justiz und den Arbeitgeber Staat, für den die Polizistinnen und Polizisten täglich ihren Kopf hinhalten."
Auch FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky rückte zur Verteidigung des wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen zu acht Monaten bedingter Haft verurteilten Polizisten aus. Vilimsky führt die Verurteilung des 43-jährigen Beamten auf eine "de-facto-Vorverurteilung, gemacht durch suggestive Fragen des Richters, ungeheuerliche Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sowie eine politische Hetze der linken Reichshälfte" zurück. Sie hätten im Endeffekt dazu geführt, dass der Angeklagte sein spätes "Schuldeinbekenntnis als Verhandlungsstrategie" gewählt habe.
Die Grünen hingegen interpretieren die nicht rechtskräftige Verurteilung des Polizisten als "Ohrfeige für Innenministerin Fekter, die sich nach den Todesschüssen vorbehaltlos hinter die Polizei gestellt hat", wie Justizsprecher Albert Steinhauser in einer Presseaussendung feststellte. ÖVP-Sicherheitssprecher Günther Kössl bezeichnete diese Aussage umgehend als "Missbrauch eines tragischen Einzelschicksals für parteipolitische Zwecke".
(apa/red)
