Auf die Kleinsten wird nicht achtgegeben:
Fast jedes zweite Kind ist falsch gesichert
- ÖAMTC: In 17 Prozent der Fälle völlig ungeschützt
- "Ergebnis übertrifft die schlimmsten Befürchtungen"

Nahezu jedes zweite Kind ist als Mitfahrer im Auto falsch oder gar nicht gesichert. Das hat eine in denen vergangenen drei Wochen vom ÖAMTC vor 1.500 Schulen und Kindergärten in ganz Österreich durchgeführte Erhebung zutage gebracht. "Das Ergebnis hat unsere schlimmsten Befürchtungen sogar noch übertroffen", sagte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Seidenberger .
Die Tester des Clubs staunten nicht schlecht: Nur in durchschnittlich 60 Prozent der überprüften Fahrzeuge waren die Kinder richtig angeschnallt. Wobei die Quote im Burgenland mit nur 47 Prozent am niedrigsten war. In der Steiermark lag sie mit 76 Prozent weit über dem Österreich-Schnitt. Nahezu ein Viertel der Kinder (23 Prozent) war nur mit einem Fahrzeuggurt gesichert. In 17 Prozent der Fälle waren die Kleinen völlig ungeschützt.
Einige kleine Kinder saßen in den überprüften Fahrzeugen auf dem Beifahrersitz. "Sie waren nur mit dem Fahrzeuggurt gesichert und hatten teilweise ihre Schultaschen am Rücken", schilderten die Tester. Andere wiederum knieten oder standen auf der Rückbank.
"Dinge gesehen, die erschüttern"
"Bei ihrer Erhebung haben die Tester Dinge gesehen, die nicht nur den Verkehrsvorschriften widersprechen, sondern jeden verantwortungsvollen Menschen erschüttern müssen", sagte Seidenberger. "Es lässt sich auch keine Verbesserung erkennen. Schon im Jahr 2001 hat der ÖAMTC ein ähnliche Erhebung durchgeführt. Die aktuellen Ergebnisse unterscheiden sich von den damaligen nur marginal."
Bei völlig fehlender oder falscher Kindersicherung droht eine polizeiliche Anzeige. Die Strafen betragen 70 bis 100 Euro, daneben erfolgt eine Eintragung im Führerschein-Vormerksystem. Ab der zweiten Vormerkung für die mangelnde Kindersicherung muss seit September 2009 ein Kindersicherungskurs absolviert werden.
(apa/red)
