Montag, 8. März 2010

Gleichberechtigung für alle: Jede Menge
Kritik am Internationalen Frauentag

  • Einkommensunterschiede von über 25 Prozent
  • Ursprung geht auf Streik im Jahr 1908 zurück

Heute findet der Internationale Frauentag statt. Dabei wird auf das Menschenrecht der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen aufmerksam gemacht. Schon im Vorfeld haben die Parteien und zahlreiche Organisationen ihre Forderungen und Kritikpunkte geäußert. Ein großes Thema waren die Einkommensunterschiede von über 25 Prozent zwischen Männern und Frauen.

Bereits in den vergangenen Tagen wurde zu Veranstaltungen und Aktionen geladen. Am Frauentag selbst findet unter anderem eine Diskussionsrunde im Parlament statt, zu der die Frauensprecherinnen aller im Parlament vertretenen Parteien geladen sind. Frauenministerin Heinisch-Hosek wird etwa das "Offene Rathaus für alle Wienerinnen" besuchen.

Großer Arbeiterinnenstreik im Jahr 1908
Die Einrichtung des Frauentages geht laut den Vereinten Nationen auf einen Streik von Textilarbeiterinnen 1908 in den USA zurück, bei dem Frauen in New York gegen die schlechten Arbeitsbedingungen protestiert haben. Die Grundforderungen sind seit den Anfängen erhalten geblieben. So werden etwa gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder die soziale Sicherung von Frauen gefordert.

Die deutsche Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hält den Internationalen Frauentag unterdessen für überflüssig. "Schaffen wir ihn also endlich ab, diesen gönnerhaften 8. März! Und machen wir aus dem einen Frauentag im Jahr 365 Tage für Menschen, Frauen wie Männer", forderte die Herausgeberin der Zeitschrift "Emma" in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Rundschau". Der Frauentag sei eine "sozialistische Erfindung", die Frauenbewegung in den 70er Jahren aber aus Protest gegen die Linke entstanden.


(apa/red)

8.3.2010 09:45