Mittwoch, 3. März 2010

Beatrix Karl will nur die Besten: Ministerin plädiert für breite Uni-Zugangsprüfungen

  • NEWS: Motivationstest "bei allen Studierenden"
  • Umsetzung von Bologna sei nicht zufrieden stellend

In einem Interview in der morgen erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS fordert Wissenschaftsministerin Beatrix Karl Zugangsbeschränkungen für alle Studienrichtungen. „Es wäre natürlich sinnvoll, eine Prüfung der Motivation bei allen Studierenden durchzuführen. Wir haben ja auch im Regierungsübereinkommen festgelegt, dass es Aufnahmeverfahren bei den Lehramtsstudien geben soll.“ Bildungsministerin Claudia Schmied habe sich für dieses Instrument ausgesprochen, weil „sie das als Qualitätssicherungsinstrument sieht, damit nur die Besten Lehrer werden. Ich will auch in anderen Bereichen die Besten.“

Nun hoffe sie, so Karl, „dass Schmied auch die SPÖ davon überzeugen kann. Genau wie ich in der ÖVP für eine moderne Bildungspolitik eintrete. Das wäre ein Mehrwert für beide Seiten.“ Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren würden nicht zu sozialer Selektion führen. „In Massenstudien kann man nicht zügig studieren, es gibt Wartezeiten auf Seminar- und Laborplätze. Und wer hat den längeren Atem, wenn das Studium zwei, drei Semester länger dauert? Jene mit mehr Geld.“

Vor der für Donnerstag angesetzten „akademischen Fragestunde“ mit der Uni-Protestbewegung macht Karl freilich auch inhaltliche Angebote. Sie unterstützt die Kritik der Studenten an der Streichung der Wahlfächer und der Überfrachtung der Studienpläne im Zuge des Bologna-Prozesses. „Da kämpfen wir Seite an Seite.“ Und: „Die momentane Umsetzung von Bologna reicht mir nicht.“ Und sie lädt zum Dialog: Bei der Bologna-Konferenz am 11./12. März in Wien und Budapest sollen Studenten bei einem Public Space ihre Anliegen einbringen.

Mehr dazu lesen Sie im NEWS Nr. 09/10

3.3.2010 15:58