Die Griechen werden zur Kasse gebeten: Regierung will die Mehrwertsteuer erhöhen
- Athen plant Umsatzsteuer von 21 statt 19 Prozent
- Beamtengehälter stehen vor drastischer Kürzung

·"In der Krise brechen
alle Probleme auf"
Wann Verschuldung der
Staaten kritisch wird
·Griechen lassen es
schon wieder krachen
Zusammenstöße zwischen
Polizei & Demonstranten
·Proteste in Athen:
"Greift zu den Waffen"
BILDER: Streiks legen ganz Griechenland lahm
·Die Griechen werden zur Kasse gebeten
Erhöhte Mehrwertsteuer als Teil des Sparkurses
·Athens Verschuldung
läuft wie geschmiert
Die Korruption hat Land
und Leute fest im Griff
Die griechische Regierung hat ihren milliardenschweren Sparplan vorgestellt, der Steuererhöhungen und Einschnitte bei Gehältern im öffentlichen Sektor vorsieht. Unter anderem sollen im öffentlichen Dienst das 13. Gehalt um 30 Prozent und das 14. Gehalt um 60 Prozent gekürzt werden. Rentenzahlungen sollen sowohl für Beamte und als auch Angestellte im Privatsektor eingefroren werden.
Teil des insgesamt 4,8 Milliarden Euro umfassenden Sparpakets ist eine Reihe von Steuererhöhungen: So sollen die Abgaben auf Alkohol, Tabak, Benzin und Luxusgüter erhöht werden. Die Mehrwertsteuer steigt um zwei Prozentpunkte auf 21 Prozent. Es handelt sich bereits um das dritte Sparprogramm, das die sozialistische Regierung in Athen unter dem Druck der EU auflegt. Das Land hat mehr als 300 Milliarden Euro Schulden.
"Die schwierigen Entscheidungen mussten fürs Überleben unseres Landes getroffen werden, damit es dem Strudel der Spekulanten entkommt", sagte Ministerpräsident Papandreou im Fernsehen nach seinem Treffen mit Staatspräsident Papoulias.
Beamte gehen auf die Barrikaden
Die Gewerkschaften der Staatsbediensteten kündigten bereits einen 24-stündigen Streik für den 16. März an. Die größte griechische Gewerkschaft für den Öffentlichen Dienst warnte vor Unruhen. Der Regierungschef will sich noch im Laufe des Tages mit allen Gewerkschaftsverbänden treffen, um sie in die Pflicht zu nehmen, damit das Land nicht in einer Welle von Streiks versinkt.
Die EU verlangt von Athen, die Neuverschuldung von derzeit knapp 13 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis Ende 2012 unter die erlaubte Marke von drei Prozent zu drücken. Am Freitag reist Papandreou zu einem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Merkel nach Berlin. Zwei Tage später wird er sich in Paris mit dem französischen Präsidenten Sarkozy treffen. (apa/red)
