Donnerstag, 4. März 2010

Nikotingenuss wird wieder etwas billiger:
EuGH kippt heimischen Tabak-Mindestpreis

  • Kritisiert die Einschränkung des freien Wettbewerbs
  • Mindestpreis von 3,25 Euro wurde 2006 beschlossen

Der Mindestpreis von 3,45 Euro für eine Schachtel Zigaretten ist vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu Fall gebracht worden. Für Raucher dürfte es aber nur kurz Anlass zur Freude geben. Sollte das Urteil in Österreich einen Preiskampf auslösen, rechnet Peter Trinkl, Obmann der Tabaktrafikanten in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), mit einer Erhöhung der Tabaksteuer. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky begrüßt das EuGH-Urteil, die "Abzocke" des Staates bei Zigaretten sei nun gebremst, der Preis könne sofort sinken.

Mit den Mindestpreisen sei gegen eine EU-Richtlinie für Verbrauchssteuern auf Tabakwaren verstoßen worden, kritisierte der EuGH. Frankreich und Irland wurden in derselben Causa verurteilt. Würden die Preise hierzulande zum Beispiel um nur 10 Cent gesenkt werden, würden Finanzminister Josef Pröll 50 Mio. Euro entgehen, rechnete Trinkl vor. Die derzeit gültige Tabaksteuer gilt seit 2008. Der feste Steuersatz beträgt 26,69 Euro für 1.000 Stück, der variable Anteil macht 43 Prozent des Bruttoverkaufspreises aus. 2009 hat das Finanzministerium aus der Tabaksteuer rund 1,5 Mrd. Euro eingenommen.

Wettbewerbsverfälschung
Österreich hatte im Mai 2006 einen Mindestpreis von damals 3,25 Euro pro Packung beschlossen - mit der Folge, dass sich 56 Sorten, die noch teilweise weniger als 3 Euro gekostet hatten, verteuerten. Begründet wurde dies vom österreichischen Gesundheitsministerium mit Erwägungen des Gesundheits- bzw. Jugendschutzes. Der EuGH argumentierte dagegen, dass zur Sicherung des Gesundheitsschutzes Mindestpreise für Tabakprodukte nicht erforderlich seien, dieses Ziel könne beispielsweise durch eine erhöhte Besteuerung der Tabakwaren erfolgen. Die Kommission hatte Österreich im Jänner 2008 geklagt, da die Mindestpreise ihrer Ansicht nach "den Wettbewerb verfälschen und ausschließlich die Gewinnspannen der Hersteller sichern".

Die Austria-Tabak-Mutter JTI hat die Zigarettenpreise in Österreich erst im Februar angehoben - rund 60 Sorten wurden um 10 Cent teurer. Der Tabakkonzern Philip Morris hat die Preise von 23 Sorten erhöht.

(apa/red)

4.3.2010 16:28
Litzylee, 04. 03. '10 13:37
Geld retour?
Darauf habe ich jetzt jahrelang gewartet. In Österreich wurde jahrelang wissentlich entgegen geltenden EU-Bestimmungen für Zigaretten zuviel kassiert. Und jetzt? Bekommen wir das Geld, das Vater Staat rechtswidrig eingesackt hat auch wieder zurück? Das wäre nur fair und gerecht. Schließlich war es ja kein Versehen, dass die Mindestgrenze für Tabakwaren in Österreich über die EU-Richtlinien angehoben wurden. Die EU hat damals Österreich gewarnt, das zu tun und bei Zuwiderhandeln mit Klage gedroht. Also hätte ich das Geld, das mir unrechtmäßig aus dem Börsl genommen wurde jetzt gerne wieder zurück. Umgekehrt würde das Finanzamt ja auch auf der Stelle zu viel ausbezahltes Geld von mir zurückfordern. Also, gleiches Recht für alle.
mundl66, 04. 03. '10 14:45
Re: Geld retour?
vollkommen richtig!
Damals hat die Rauch Kallat sich über Eu- Rechte hinweggesetzt und uns alle ins Börsl gegriffen.
Es wird Zeit das die Wappler dafür geradestehen und uns dafür entschädigen.
Ich werde klagen da ich - wie viele andere - geschädigt wurde.
DrMuck, 05. 03. '10 04:19
Re: Geld retour?
des wärns net spün mit göd retour, wei da pröll der kriagt net gnua^^
DrMuck, 04. 03. '10 12:29
nix billiger
Die Zigaretten bleiben teuer,
weil der Staat kasiert mehr Steuer!!!