Dienstag, 2. März 2010

Spekulanten machen nächstes Opfer aus:
Britisches Pfund gerät stärker unter Druck

  • Verschuldung und Neuwahlen sorgen für Unsicherheit
  • Spekulationen setzen Pfund das Messer an die Brust

Die Verschuldung Griechenlands, Spaniens und Portugals bereitet der europäischen Währungsunion große Sorgen - aber mit Attacken gegen den Euro allein geben sich Spekulanten längst nicht mehr zufrieden. Denn Finanzinvestoren haben bereits das nächste Opfer ausgemacht: das britische Pfund. Gleichsam über Nacht hat das Pfund am Montag beträchtlich an Wert verloren. "Wir haben damit etwas beobachtet, das mit Fug und Recht beginnender Kollaps beim Pfund bezeichnet werden kann", warnt bereits City-Experte Nick Beecroft, Analyst bei der Saxo Bank. Der Gründe für einen Währungsverfall gibt es nämlich mehrere.

Bei aller Aufregung über das griechische Schuldendilemma vergisst Europa allzu gerne, dass budgetäre Nachlässigkeit nicht nur in Südeuropa zu Hause ist. Mit dem griechischen Defizit von 12,7 Prozent kann es die britische Neuverschuldung mit 12,9 Prozent nämlich allemal aufnehmen.

Als ob das nicht reichen würde, grassiert in der Londoner City die große Furcht vor einer Pattsituation nach den Parlamentswahlen im Juni: So lange keine neue Regierung existiert, um Pläne zur Budgetkonsolidierung vorzustellen, herrscht unter Analysten und Investoren Unsicherheit und Zurückhaltung.

Spekulanten auf den Plan gerufen
Diese Faktoren nagen gehörig an der Stabilität des Pfund. Die britische Währung ist faktisch über Nacht auf den niedrigsten Dollarwert sei Mai 2009 gesunken und hält nun bei 1.4784 Dollar. Experten zweifeln nicht daran, dass sich der Abstieg noch beschleunigen könnte. Denn die fallenden Kurse haben längst Spekulanten auf den Plan gerufen, die mit jedem weiteren Wertverlust des Pfunds fette Beute machen.

Für London steigt damit der Druck gewaltig. Nicht nur, dass die Politik das explodierende Defizit in den Griff bekommen muss - nun gilt es auch noch, sich der Attacken von Spekulanten zu erwehren. Und damit gerade gegen jene Finanzgeschäfte zu kämpfen, die London bei den europäischen Plänen für eine stärkere Finanzmarktaufsicht zuletzt vehement zu verteidigen bereit war.
(mei)

2.3.2010 11:27
brabus, 02. 03. '10 10:35
Spekulanten ...
haben in der Finanzwelt nichts verloren. Sie vernichten nur fortlaufend die Erträge der Realwirtschaft oder blasen diese bis zum big-bang auf. Abschaffung ist die einzige Lösung. Wer zocken will, soll ins Casino gehn....