Mittwoch, 3. März 2010

Chile kommt endlich zum Durchschnaufen:
Lage nach fatalem Erdbeben wieder stabil

  • UNO: "Können die Situation als ruhig bezeichnen"
  • Beben und Tsunami kostete 800 Menschen das Leben
    Plus: Erdachse durch Beben um 8 cm verschoben

Nach Unruhen in den von einem Erdbeben verwüsteten Regionen Chiles hat sich den Vereinten Nationen zufolge die Situation wieder stabilisiert. "Ja, es hat Plünderungen und Schießereien gegeben, das waren aber Einzelfälle. Wir können die Situation, den Umständen entsprechend, als ruhig bezeichnen", sagte die stellvertretende UN-Nothilfekoordinatorin Catherine Bragg in New York.

Die Regierung von Präsidentin Michelle Bachelet hatte dennoch vorsorglich weitere 7000 Soldaten in das Katastrophen-Gebiet südlich der Hauptstadt Santiago entsandt. Die Zahl der Bebentoten stieg auf knapp 800, während immer noch hunderte Menschen vermisst wurden. Unterdessen sagte US-Außenministerin Hillary Clinton dem Land bei einem Kurzbesuch die Hilfe der USA zu.

Bis vor kurzem galt in der von dem Beben schwer getroffenen Stadt Concepcion eine Ausgangssperre. Am Vortag war es in Vororten der Stadt zu Schießereien zwischen organisierten Banden, bewaffneten Bürgerwehren und dem Militär gekommen. In der Gemeinde San Pedro de la Paz seien zwei Menschen getötet worden, sagte die Journalistik-Dozentin Claudia Lagos.

Noch Hunderte Vermisste
Die Zahl der registrierten Todesopfer des Bebens gab Präsidentin Michelle Bachelet mit 795 an. Allerdings wurden in den von einem Tsunami verwüsteten Küstenregionen noch Hunderte von Bewohnern vermisst. Die genaue Zahl der Obdachlosen war unbekannt. Die Zahl der zerstörten oder beschädigten Wohnungen wurde mit etwa zwei Millionen angegeben.

Suche nach Überlebenden geht weiter
Unterdessen schwindet die Hoffnung der Rettungskräfte, unter den Trümmern noch Überlebende zu finden. Dennoch wurde weiter unter Hochdruck nach Verschütteten gesucht. Allein in der stark zerstörten Stadt Concepcion wurden unter den eingestürzten Häusern fast 500 Menschen vermutet.

US-Außenministerin Clinton sagte Chile bei ihrem Besuch langfristige Hilfe zu. In Gesprächen mit Bachelet und deren gewähltem Nachfolger Sebastian Pinera verschaffte sie sich einen ersten Eindruck vom Ausmaß der Katastrophe. Clinton brachte unter anderem Satellitentelefone mit, um die Kommunikation in den Katastrophengebieten zu verbessern. Zudem wollten die USA acht Anlagen zur Wasseraufbereitung, ein Feldlazarett, Stromgeneratoren, Medikamente und Behelfsbrücken liefern.

(apa/red)

3.3.2010 13:08