Freitag, 5. März 2010

Frauenbeschäftigung steigt auf 69 Prozent:
Anstieg allerdings vor allem bei Teilzeitjobs

  • 85 Prozent der Teilzeiterwerbstätigen sind weiblich
  • Frauen haben bei Studienabschlüssen die Nase vorn

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist angestiegen: Hat sie sich 1998 auf 61 Prozent belaufen, betrug sie 2008 bereits 69 Prozent. Allerdings ist dies in erster Linie auf einen Anstieg der Teilzeitarbeit zurückzuführen, so die Statistik Austria. Auch im Bereich der Bildung haben Frauen aufgeholt, demnach wurden 56 Prozent der Studienabschlüsse 2007/2008 von Frauen erworben.

Die Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Frauen hat sich im Jahrzehnt zwischen 1998 und 2008 auf 69 Prozent erhöht. Im Vergleich stieg im selben Zeitraum aber auch die Teilzeitquote bei den Frauen von 31 auf 42 Prozent. Bei den Männern ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigten zwar ebenfalls gestiegen, dies aber deutlich geringer von vier (1998) auf sieben Prozent 2008. Insgesamt waren 2008 laut Statistik 85 Prozent aller Teilzeiterwerbstätigen weiblich.

Große geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen sich auch bei der Beschäftigungsstruktur. Zurückzuführen sei dies zum Teil auf traditionelle Entscheidungen, was die Schul- und Studienrichtung betrifft. Trotz gleicher Qualifikation sind aber Frauen häufiger auf den unteren Berufshierarchien zu finden. Nur vier Prozent der erwerbstätigen Frauen, aber rund 15 Prozent der Männer mit BHS-Abschluss erreichen eine Führungsposition. Bei Männern mit Uni-Abschluss kommen 23 Prozent auf den Chefposten, im Vergleich zu acht Prozent der Frauen.

Beim Gehalt benachteiligt
Die Benachteiligung setzt sich beim Gehalt fort: Laut Eurostat liegt Österreich bei der Einkommensschere unter den EU-27 an vorletzter Stelle. Demnach verdienen Frauen 25,5 Prozent weniger als Männer. Der EU-Durchschnitt beläuft sich auf 17,6 Prozent.

Bei der Bildung haben Frauen aufgeholt. Bei den Maturaabschlüssen etwa überholten die 18- bis 19-jährigen Mädchen ihre männlichen Schulkollegen bereits Mitte der 80er-Jahre. 2007/2008 wurden 57 Prozent der Maturaabschlüsse von Frauen abgelegt. Auch bei den Studienabschlüssen sind die Frauen in der Überzahl (56 Prozent), nur bei den Doktoraten gibt es mehr Männer (58 Prozent der Abschlüsse).

(apa/red)

5.3.2010 10:38