Alarmierender Rekord am Arbeitsmarkt:
400.000 Menschen im Februar auf Jobsuche
- Arbeitslosigkeit steigt um 3,7 % gegenüber Vorjahr
- Trendwende nur in Industrie und drei Bundesländern

·Personalkahlschlag
bei der AUA-Luftfracht
Jeder vierte Mitarbeiter
muss am 1. Juli gehen
·Selbstständigkeit
schafft Arbeitsplätze
Über 66.000 neue Jobs
dank Neugründungen
Die Situation am Arbeitsmarkt spitzt sich weiter zu: Im Februar waren fast 400.000 Menschen auf Jobsuche. Zwar liegt die genaue Zahl von 396.332 Menschen knapp unter dem Jännerwert, im Februarvergleich bedeuten die jüngsten Werte aber einen Rekord: Noch nie hat das Arbeitsmarktservice (AMS) im zweiten Monat des Jahres so viele arbeitslose Menschen verzeichnen müssen. Sozialminister Hundstorfer, der vor 30 Tagen noch optimistische Töne von sich gab, spricht bereits wieder von einem "sehr schwierigen Jahr". Trotzdem gibt es Anlass zur Hoffnung: In einzelnen Bereichen ist die Arbeitslosigkeit erstmals seit Monaten wieder rückläufig.
Mit 312.906 arbeitslosen Menschen und 83.426 Schulungsteilnehmern kann man schwerlich von einer Entspannung am Arbeitsmarkt reden. Der Anstieg bei der Arbeitslosigkeit um 3,7 Prozent sorgt sogar für eine neue zweifelhafte Rekordmarke. Besonders betroffen vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren Männer (plus 4,2 Prozent gegenüber 2,8 Prozent bei Frauen), Ältere ab 50 Jahren (plus 7,3 Prozent) und Langzeitarbeitslose (33,1 Prozent).
Kaum erfreulicher ist die Schulungsstatistik: Hier ist eine Zunahme von gar 43,9 Prozent zu verzeichnen. Hundstorfer erklärt diese Explosion mit dem Plan, möglichst vielen Arbeitssuchenden Qualifizierungen anbieten zu können, um sie im Aufschwung leichter vermitteln zu können.
Jobs in Industrie, Zeitarbeit und drei Bundesländern
Und wo gibt es jetzt noch Jobs? Positives ist aus der Industrie zu vernehmen: Erstmals seit Beginn der Krise ging die Arbeitslosigkeit in diesem Sektor zurück - und zwar um genau sieben Personen auf 35.925 Betroffene. Steigende Arbeitslosenzahlen gab es mit plus acht Prozent auf 68.700 am Bau aufgrund der kalten Witterung.
Während Restösterreich noch mit steigenden Arbeitslosenzahlen zu kämpfen hat, könnten ferner drei Bundesländern schon über den Berg sein: Im Februar war die Arbeitslosigkeit nämlich in Salzburg (minus 2,3 Prozent), Steiermark (minus 1,4 Prozent) und im Burgenland (minus 1,0 Prozent) rückläufig. Am stärksten gestiegen ist die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich mit plus 11,8 Prozent.
Aber auch in Restösterreich ist nicht alles so trist, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Besonders als Zeitarbeiter darf man auf Jobs hoffen, laut Manpower-Quartalsausblick wird in der Energieversorgung, bei der Öffentlichen Hand und im Handel bereits wieder viel Personal nachgefragt. Und auch ein großer Konzern will jetzt voll durchstarten: 500 neue Jobs sollen bei der Fastfoodkette McDonalds noch heuer entstehen.
(apa/red)
