Dienstag, 2. März 2010

Hypo hat Geld für Millionenabfindungen: Kassiert Ex-Chef Pinkl noch drei Mio. Euro?

  • Regierung verteidigt laut Zeitungsberichten Zahlung
  • Austausch des gesamten Vorstandes kostet 10 Mio.

Zehn Monate am Posten und schon gibt's eine Millionenabfindung: Der Fall des verabschiedeten Hypo-Vorstandes Franz Pinkl lässt die Emotionen derzeit hoch kochen. Während vor allem Kärntner Politiker heftige Kritik üben, sieht Eigentümervertreter und Finanzminister Pröll die Sache eher gelassen. Den Vertrag mit Pinkl habe die BayernLB abgeschlossen, die Regierung werde nicht daran rütteln.

Pinkls Hypo-Gage soll zwischen 800.000 und 900.000 Euro pro Jahr liegen, schreibt "Österreich" unter Berufung auf Angaben aus der Bank. Nach 10 Monaten im Amt seien noch über 3 Mio. Euro offen, die der Staat als Eigentümer der Bank dem Kurzzeit-Vorstandschef mitgeben müsse. Für die fünf Jahre zusammen kommt die Tageszeitung auf 4,5 Mio. Euro

Pinkl sei nicht für das Dilemma der Hypo verantwortlich zu machen, betont allerdings Pröll laut dem "Standard". Pinkls kolportiertes Jahresgehalt liegt in der Höhe jener Summe, die auch sein Vorgänger Tilo Berlin pro Jahr eingestreift hat, der ebenfalls vorzeitig aus dem Amt geschieden war und eine Abschlagszahlung erhielt. Eine solche bekamen auch die beiden langjährigen Vorstände Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger, die nach dem Auffliegen der Swap-Affäre ihre Sessel räumen mussten. Beide kassierten mehr als eine Million Euro, inzwischen sind sie wegen Bilanzfälschung rechtskräftig verurteilt.

Vorstand kostet bis zu zehn Millionen Euro
Die "Kleine Zeitung" hat Berechnungen angestellt, wonach der Austausch des gesamten HGAA-Vorstandes bis zu zehn Mio. Euro kosten dürfte. Denn alle haben laufende Verträge.

Auf landespolitischer Ebene wird die Causa indes für das Wechseln von politischem Kleingeld benützt. SPÖ-Klubobmann Herwig Seiser forderte am Dienstag gleich die Auflösung der Kärntner Landesholding. ÖVP-Obmann und Aufsichtsratschef der Holding, Josef Martinz, warf der SPÖ vor, sie sei mit ihrer Forderung nach der Ablöse Pinkls überhaupt schuld daran, dass Pinkls Vertrag ausgezahlt werden müsse. FPK-Landeshauptmann Dörfler fordert von der Bundesregierung, "Ordnung in der Welt der Nadelstreif-Abkassierer" zu machen.
(apa/red)

2.3.2010 17:00