Abstimmung über Penssionssenkung: Schweizer wollen lieber mehr Geld haben
- Knapp 73% wollen nichts von Senkung wissen
- Linke zeigt sich hocherfreut über deutliches Resultat

Eine klare Absage haben die Eidgenossen einer Pensionssenkung beschert. Die Befürworter legten die zunehmende Alterung der Bevölkerung und die unsicheren Prognosen für die Renditen aus dem angelegten Kapital in die Waagschale, doch davon wollte die Bevölkerung nichts wissen. 72,7 Prozent stimmten für das Referendum gegen die Kürzung. Die Stimmbeteiligung betrug 44,9 Prozent.
Die Linke zeigte sich hocherfreut über das deutliche Resultat. SP-Präsident Christian Levrat (Sozialdemokraten) sprach gar von einem "Waterloo für die Rechte" und sagte gegenüber dem Schweizer Radio DRS, die Bevölkerung habe die Arroganz der Manager und Abzocker satt.
Bei einem Nein zum Referendum wäre die Rentensenkung moderat ausgefallen: Der Umwandlungssatz für die berufliche Vorsorge (BVG) von derzeit angestrebten 6,8 Prozent hätte auf 6,4 Prozent zurückgenommen werden sollen. Das heißt, pro 100.000 CHF (rund 68.327 Euro) angespartem Alterskapital würden jährlich 400 CHF weniger Pension ausbezahlt.
Freiwillige dritte Säule
Zusammen mit der staatlichen AHV/IV (Alters- und Hinterbliebenenversicherung/ Invalidenversicherung) bildet die berufliche Vorsorge den obligatorischen Teil der Schweizer Altersvorsorge. Neben diesen beiden Säulen gibt es noch die freiwillige dritte Säule.
In zwei weiteren nationalen Abstimmungen votierten die Schweizer gegen eine Initiative zur Einführung von Tierschutzanwälten in allen Kantonen und für einen Verfassungszusatz zur Landesweiten Vereinheitlichung von Forschung am Menschen. In verschiedenen Kantonen fanden zudem Regierungs- und Parlamentswahlen sowie regionale Abstimmungen statt.
(apa/red)

