Davis-Cup gegen Slowakei: Jürgen Melzer sichert Österreichern Einzug ins Play-Off
- 7:6(2),7:5,7:5-Sieg gegen Lukas Lacko errungen
- "Hat diesen Davis Cup fast im Alleingang gewonnen"
Der Niederösterreicher Jürgen Melzer hat dem Davis-Cup-Duell des österreichischen Tennis-Teams in der zweiten Runde der Europa/Afrika-Zone mit der Slowakei seinen Stempel aufgedrückt. Der 28-Jährige gewann mit einem 7:6(2),7:5,7:5 gegen Lukas Lacko auch sein zweites Einzel in der Gleichenberg-Halle, nachdem er mit Julian Knowle im Doppel ebenso gesiegt hatte. Im September geht es nun ins Play-off.
Lacko war ein starker Gegner, bestätigte seinen Aufstieg in der Weltrangliste bis auf Position 60. Melzer bestimmte zu Beginn auch mit einigen äußerst sehenswerten Bällen aber das Geschehen. Als die meisten der 2.500 Zuschauer in der ausverkauften Halle wohl schon mit einem vierten Satz rechneten, zeigte der Lokalmatador ein letztes Mal an diesem Wochenende Klasse. Mit vier Game-Gewinnen in Folge brachte er die Partie auf seine Seite, den Abschluss bildete ein sehenswerter, viel umjubelter Lob. "Ich glaube, dass der Bessere gewonnen hat", erklärte Melzer zurecht. "Mir ist es wichtig, dass ich hier eine gute Leistung geboten habe."
Melzers Alleingang
ÖTV-Kapitän Gilbert Schaller war von seinem Topspieler angetan: "Jürgen hat diesen Davis Cup fast im Alleingang gewonnen. Sein ganzes Auftreten die Woche über war toll." Demnach hat er Debütant Daniel Köllerer unterstützt, dieser war auch selbst an seinen um zwei Jahre älteren Teamkollegen herangetreten. Köllerer verlor die bedeutungslose Abschlusspartie gegen Martin Klizan 2:6,6:7(3). "Mir hat einfach die Spannung gefehlt, nachdem Jürgen den dritten Punkt geholt hat", erklärte Köllerer. "Das ist aber keine Entschuldigung."
Exakt vor einem Jahr war Melzer am Boden gewesen, als er in Garmisch-Partenkirchen gegen Deutschland im Match gegen Philipp Kohlschreiber eine Top-Chance auf ein 2:0 vergeben hatte und der Länderkampf schließlich verloren ging. "Das habe ich abgehakt. Diesmal war ich bei den wichtigen Punkten fokussierter. Das war der Schlüssel", meinte Melzer. "Unser Ziel ist, in die Weltgruppe zu kommen. Dem sind wir einen Schritt näher gekommen."
Österreich wohl ungesetzt
Für das Play-off ist entscheidend, ob Österreich bei der für Dienstag, 11. Mai, angesetzten Auslosung gesetzt ist. Momentan sieht es diesbezüglich nicht sehr gut aus. Nach diesem und dem Davis-Cup-Wochenende vom 7. bis 9. Mai wird das Davis-Cup-Ranking noch einmal überarbeitet. Sollte das ÖTV-Team dann nicht unter den Top Acht der 16 Play-off-Teams sein, wäre das Gros der Weltgruppen-Erstrundenverlierer unter den möglichen Gegnern.
Und da könnten die Schweiz bzw. die Verlierer aus Serbien gegen USA und Schweden gegen Argentinien warten. Die meisten der möglichen Gegner hätte man auswärts, was die Ausgangsposition nicht besser macht. Sechs der Play-off-Teams werden in weiteren Zweitrunden-Spielen der Kontinental-Zonen erst am zweiten Mai-Wochenende ermittelt. Darunter könnten Nationen wie Australien und Brasilien sein.
(apa/red)

