Sonntag, 7. März 2010

Huub Stevens platzte nach 1:1 der Kragen:
"90 Minuten eine große Katastrophe"

  • Dürftiges Heimremis der Bullen gegen SC Magna
  • Salzburg-Coach: "Das schlechteste Spiel unter mir"

Huub Stevens hat am Samstagabend die Wände in den Katakomben von Wals-Siezenheim zum Wackeln gebracht. Nach dem 1:1 gegen Wiener Neustadt sparte der fuchsteufelswilde Niederländer nicht an Kritik für seine "Bullen". Minutenlang nahm der Coach des Fußball-Meisters seine Elf lautstark in die Pflicht, ehe er auch gegenüber der Öffentlichkeit Klartext sprach. Vom "mit Abstand schlechtesten Spiel unter mir" berichtete Stevens.

"Das war 90 Minuten eine große Katastrophe. Hinten, in der Mitte und vorne hat nichts gepasst. Wie Red Bull heute gespielt hat, das darf es einfach nicht geben", erklärte der aufgebrachte 56-Jährige. Mit dem Remis gegen den Aufsteiger verpasste Salzburg nicht nur den vierten Liga-Erfolg im Frühjahr, sondern auch den Ausbau der Tabellenführung. Denn einzig positiver Aspekt für die Mozartstädter war, dass sich Verfolger Austria zu Hause gegen den LASK einen unprogrammierten Ausrutscher leistete. Sturm pirscht sich hingegen weiter an die Spitze heran.

Aigner schockt Salzburg
83 Minuten sah Salzburg nach dem 16. Saisontor von Roman Wallner (39.) wie ein Sieger aus, ehe Hannes Aigner noch für die Niederösterreicher zuschlug. Verdientermaßen, leisteten sich die nun immerhin zwölf Runden ungeschlagenen Hausherren doch den Luxus, in der zweiten Spielhälfte das Fußball-Spielen völlig einzustellen. Stevens stellte sogar die Leistung über das ganze Spiel infrage.

"Das war kein Rückfall in den zweiten 45 Minuten, denn ich habe 90 Minuten keine Mannschaft gesehen", sagte der Coach des Titelverteidigers, der besonders seine Internationalen in die Pflicht nahm. "Einige Herren denken, dass es mit der Einladung in die Nationalmannschaften getan ist und vergessen, dass sie in der Meisterschaft Leistung bringen müssen." Auf mögliche Konsequenzen angesprochen wollte sich Stevens nicht festlegen und kündigte nur eine "sehr, sehr harte Woche" an.

Schöttel spekulierte richtig
Wortkarg präsentierten sich die Spieler. "Das war zu wenig für ein Heimspiel. Wenn man Meister werden will, war das einzig und allein enttäuschend. Wiener Neustadt hat uns taktisch die Schneid abgekauft", gab wenigstens ÖFB-Teamkapitän Marc Janko eine Stellungnahme ab. Der Aufsteiger durfte sich nach dem Punktgewinn in Wals-Siezenheim als moralischer Sieger fühlen. "Wir haben auch damit spekuliert, dass Salzburg müde wird", meinte Trainer Peter Schöttel. Als Sechster liegt das Magna-Team weiter auf dem besten Weg, zu Saisonende den angestrebten fünften Platz innezuhaben. (apa/red)

7.3.2010 14:46