Freitag, 5. März 2010

Wogen in der Ostsee glätten sich langsam:
Viele Schiffe mitten im Meer festgefroren

  • Eisbrecher eilen Passier- und Frachtschiffen zu Hilfe
  • Kritik an Reedereien und Kapitänen aufgebrandet

Der Schiffsverkehr in den nördlichen Teilen der Ostsee hat sich zu normalisieren begonnen. Nach dem Treibeis-Chaos, in dem über 50 Passagier- und Fracht-Schiffe stecken geblieben waren, zeigten sich mehrere Reedereien optimistisch, im Lauf des Tages zum normalen Fahrplan zurückkehren zu können. Viele der festgesetzten Schiffe kamen bereits mit Eisbrecher-Hilfe wieder frei.

Ein ungewöhnlich starker Nordwind hatte am Donnerstag das in den Schifffahrtsrinnen befindliche Treibeis gegen die schwedische Küste gedrückt. Dabei kam es nordöstlich von Stockholm unter anderem zu einer glimpflichen Kollision dreier Fähren. Das Treibeis war zeit-und stellenweise so dick, dass sogar einer der im Dauerbetrieb stehenden Eisbrecher vorübergehend stecken blieb.

Die beiden großen Fähren der Viking Line, "Isabella" und "Amorella", die in die Dreierkollision vom Donnerstag verwickelt waren, sollten nach Angaben der Fährgesellschaft ab Freitagabend fahrplanmäßig erneut in See stechen. Auf den beiden Fähren befanden sich zusammengerechnet rund 2.000 Passagiere.

Die Schifffahrtsbehörde in Schweden hatte Kapitäne und Reedereien kritisiert, trotz Wetterwarnung ihre Fahrten nicht eingestellt zu haben. Diese wiederum rechtfertigten sich mit außergewöhnlichen und nicht vorhersehbaren Eisverhältnissen. Sie erhielten in dieser Argumentation Rückendeckung unter anderem von der finnischen Verkehrsbehörde. Deren Winterschifffahrts-Beauftragter Mikael Aron sagte, eine ähnliche Situation rund um die Aland-Inseln habe es zumindest seit 20 Jahren nicht mehr gegeben.
(apa/red)

5.3.2010 09:33