Freitag, 5. März 2010

Trauer um einen großen österreichischen
Architekten: Raimund Abraham ist tot

  • Gebürtiger Tiroler starb bei Autounfall in den USA
  • Mit Österreichischem Kulturforum Aufsehen erregt

Der bekannte österreichische Architekt Raimund Abraham ist bei einem Autounfall in den USA ums Leben gekommen. Abraham fuhr auf der Autobahn gegen einen Bus. Laut Generalkonsulat hat sich der Unfall kurz nach Mitternacht in Downtown/Los Angeles zugetragen.

Nur wenige Stunden vor seinem Tod hatte Abraham demnach noch einen Vortrag am Southern California Institute of Architecture (SCI-Arc) gehalten, wie "Der Standard" meldete.

Er lebte seit 1964 in den USA
Der 1933 in Lienz geborene Abraham hatte mit dem von ihm entworfenen österreichischen Kulturforum in New York Aufsehen erregt. Abraham war bereits 1964 in die Vereinigten Staaten ausgewandert und hatte hier u.a. am Pratt Institute, der Cooper Union for Advencement of Science and Art und dem SCI-Arc unterrichtet. 2002 hatte Abraham die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten.

SCI-Arc-Direktor Eric Owen Moss beschrieb Abraham in einer ersten Reaktion als "unersetzbare Kraft in der Architektur". Das Institut veranstaltet eine Zusammenkunft im Gedenken an den Architekten.

Kulturforum "tief betroffen"
Auch das Österreichische Kulturforum in New York hat sich "tief betroffen" über den Tod des österreichisch-amerikanischen Architekten gezeigt. Mit dem "großartigen Entwurf" für das Gebäude des Österreichischen Kulturforums in New York habe Abraham nicht nur die New Yorker Skyline mitgestaltet sondern auch die Art, wie sich Österreich als Nation zeitgenössischer Kreativität verstehe, so der Direktor des Kulturforums, Andreas Stadler.

Abraham habe von 1992 bis 2002 zehn Jahre seines Lebens der Errichtung des Kulturforums gewidmet. Das Gebäude sei in der Ausgabe des Jahres 2009 des "Wall Paper City Guides" als eines der fünf wichtigsten Wahrzeichen zeitgenössischer Architektur in New York bezeichnet worden. Es ziehe nach wie vor Architektur- und Design-Liebhaber aus der ganzen Welt an, heißt es in der Aussendung.

Schmied: "Mann von Klarheit"
Als einen "Mann von Klarheit" würdigte Kulturministerin Claudia Schmied in einer ersten Reaktion den verstorbenen österreichischen Architekten. "Diese Qualität betraf nicht nur sein architektonisches Werk, sondern auch sein öffentliches Wirken. Er ging keine Kompromisse ein, da er bedingungslos an seinen Prinzipien festhielt."

(apa/red)

5.3.2010 11:42