Rosenkranz kratzt am Image der Partei:
FPÖ bemüht sich um Schadensbegrenzung
- Rosenkranz kündigt eine "öffentliche Erklärung" an
- Tiroler FP-Chef geht auf Abstand zu BP-Kandidatin
Petzner beklagt: "Falsches Spiel mit Rosenkranz"

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Die FPÖ versucht Schadensbegrenzung in Sachen ihrer Präsidentschaftskandidatin. Generalsekretär Kickl betonte, dass für Barbara Rosenkranz "die Distanzierung vom Nationalsozialismus und dessen Gedankengut eine Selbstverständlichkeit darstellt". Für Montag wurde eine "öffentliche Erklärung" angekündigt.
Rosenkranz selbst geht in einem Interview mit der "Presse" - wie von der "Kronen Zeitung" verlangt - auf Distanz zu nationalsozialistischem Gedankengut. Angesprochen auf die Verbrechen der NS-Zeit und die Existenz der Gaskammern sagt sie: "Daran kann ja kein Zweifel bestehen." Für Montag kündigt sie eine "öffentliche Erklärung" an., nachdem Hans Dichand in der "Krone" von ihr eine eidesstattliche Distanzierung gefordert hat.
Die nach ihren Äußerungen zum Verbotsgesetz aufgeflammte Kritik empfand Rosenkranz allerdings "doch mancherorts" als "Infamie". "Verwundert'" zeigt sie sich darüber, dass sich Kardinal Schönborn "in dieser Weise einmischt". Zurückhaltend äußerst sich Rosenkranz aber zur kritischen Stellungnahme ihres Wahl-Kontrahenten Bundespräsident Fischer: "Ich habe ja, wie gesagt, nicht die Abschaffung des Verbotsgesetzes gefordert", antwortete sie, angesprochen auf dessen Plädoyer für eine "Feuermauer gegenüber der Nazizeit".
Rosenkranz rudert zurück
Aussagen wie "Es gab keine Gaskammern" bezeichnet Rosenkranz als "völlig unakzeptabel". "Ja, das ist unbestritten" antwortet sie auch auf die Frage, ob sie zustimmt, dass in den Gaskammern Millionen Juden ermordet wurden. "Ganz und gar nicht" würde sie die NS-Zeit verharmlosen, sagt die FPÖ-Kandidatin: "Man kann die Geschichte nicht leugnen, und ich habe nie eine Nähe zum Nationalsozialismus erkennen lassen." Die österreichische Staatsnation gebe es "selbstverständlich", sagt Rosenkranz - und würdigt die "große Rolle des österreichischen Erzhauses in der Geschichte".
Hauser geht auf Distanz
Der Tiroler FP-Chef, LAbg. Gerald Hauser, geht unterdessen auf Distanz zu Rosenkranz. Sie tue so, als ob alle in der FPÖ ihre Meinung zum NS-Verbotsgesetz teilen würden. An dem Gesetz gebe es nichts zu rütteln, wurde Hauser in der "Tiroler Tageszeitung" zitiert.
Das Verbotsgesetz sei ein Eckpfeiler der Zweiten Republik. Ihm sei wichtig, dass die FPÖ nicht die geringsten Berührungspunkte zum Rechtsextremismus habe, erklärte Hauser. Die von Rosenkranz entfachte Debatte halte er daher für entbehrlich, "sie hilft nur unseren politischen Gegnern, die uns immer wieder ins rechtsextreme Eck drängen wollen".
Petzner gegen Strache
"Ein falsches Spiel mit Rosenkranz" treibt nach Meinung von BZÖ-Generalsekretär Stefan Petzner FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Denn Strache selbst habe sich mehrfach gegen das Verbotsgesetz ausgesprochen - und Rosenkranz habe "nur die bisherige rechtsextreme und NS-freundliche Linie ihres Parteiobmannes vertreten", meinte Petzner in einer Aussendung.
So habe Strache in der "Presse" vom 25. Februar 2006 anlässlich der Verurteilung des Holocaust-Leugners David Irving gesagt: "Das Gesetz, das die Meinungsfreiheit einschränkt, muss schon in Frage gestellt werden." Und im ORF-Sommergespräch vom 18. August 2006 habe er sich laut APA dafür ausgesprochen, das Verbotsgesetz "kritisch zu betrachten".
(apa/red)
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